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DER PLATZ DES TODES

"Weißt du," flüsterte R'Zul, "wir sollten unsere Ansprüche an Horkan vielleicht erweitern!" Dranei stand ihm zur Seite und zwang sich ein Lächeln ab. "Ja mein Lord, die wichtigste Position der Festung zu verteidigen sollte ihren Preis haben!" Die beiden Lords überblickten die Flotte. Die Boten der Apokalypse hatten Position am Südtor bezogen, der verwundbarsten Stelle der Festung. Die Verteidigung war aufgrund der offenen Flächen hinter dem Tor weitaus schwieriger, als in den anderen Bereichen der Festung.
Eine der Schattenbarken raste heran und stoppte neben den beiden Lords. T'Leth trat ein kleines Stück nach vorne. "Sire, die Streitkräfte Asdrubaels greifen das Haupttor an und die ihre Kampfkraft ist immens. Lord Horkan tritt Vect vor dem Tor mit seiner Streitmacht entgegen, aber er wird scheitern, wenn wir den Schwarzen Herzen nicht in die Flanke fallen!" R'Zul fluchte. "Vielleicht sollten wir Horkan einfach seinem Schicksal überlassen, bevor wir für diesen Narren sterben!" Dranei bestieg die Schattenbarke und wandte sich an R'Zul. "Aber mein Lord, denkt an die Belohnung, für die Rettung Horkans. Die Schwarzen Herzen werden keine Chance gegen unseren überraschenden Angriff haben!" R'Zul blickte zu Dranei rauf. "Du hast natürlich recht, mein Freund! An alle, wir brechen zum Haupttor auf!" R'Zul bestieg seine Schattenbarke und die Flotte jagte davon.

Der Bote der Zerstörung wurde von Dutzenden Schattenbarken und Wyvern flankiert. Auf den Zinnen seiner Festung starrte Horkan auf ihn herab. Er wandte sich an seinen Meisterinccubus. "Öffne das Tor und schicke die Streitmacht gegen Vect und seine Alliierten." Ohne ein Wort verschwand der Inccubus.
Das Tor öffnete sich. Jetbikes rasten heran und wurden im wilden Gegenfeuer der wartenden Streitkräfte vernichtet. Tausende und Abertausende von Kriegern marschierten mit feuernden Splitterwaffen aus dem Tor auf den riesigen Platz. Splittergeschosse und dunkle Materie füllten den Raum zwischen den Streitkräften aus und auf beiden Seiten des Platzes färbte sich der Boden rot.
An der Spitze seiner Inccubi stieß Horkan selbst heraus und hackte sich durch die Krieger seiner Gegner. Vect folgte mit seinem Blicken dem arroganten Lord, der in den Reihen seiner Leibgarde eine Bresche in die Linien der angreifenden Dark Eldar trieb.

T'Leth neigte den Kopf zu Dranei. "Wir sind bereit," flüsterte sie. Dranei nickte. T'Leth hob die Faust in die Luft und verwandelte sie dort in eine offene Hand. Als sie diese wieder fallen ließ, drosselten die Schattenbarken ihr Tempo. Lord R'Zul und einige Schattenbarken, die ihm gegenüber loyal geblieben waren, jagten an den anderen Schattenbarken vorbei. "Feuer," rief Dranei und die langsameren Schattenbarken eröffneten das Feuer auf R'Zul und die loyalen Transporter. Bevor diese reagieren konnten, wurden sie von den schweren Waffen in Stücke gerissen und die Körper der Dark Eldar verteilten sich um die Wracks. R'Zuls Schattenbarke wurde von einem Feuerball verschlungen - er und seine Leibgarde starben sofort.
Nachdem Dranei sich versichert hatte, dass der Hinterhalt erfolgreich verlaufen war, jagte die restliche Flotte wieder auf den Platz der Schlacht zu. "Ich gratuliere euch, zu eurer Beförderung, Archon Dranei," flüsterte T'Leth. "Ebenso wie ich euch, Dracon T'Leth," erwiderte er und betrachtete T'Leths düsteres Lächeln.

"Wo bleibt R'Zul," schrie Horkan, während er seinen Peiniger in den Brustkorb eines Dark Eldar Kriegers trieb und sein Herz herausriss. Es sah schlecht für ihn aus. Die Schwarzen Herzen und ihre Alliierten gewannen die Oberhand. Schließlich erblickte er die Schattenbarken seiner Söldnergruppe, als sie um eine Ecke jagten und auf ihn zuhielten. "Endlich," schrie er. Die Schattenbarken eröffneten das Feuer - welches die überraschten Krieger Horkans zerschmetterte. "Nein," schrie Horkan, "R'Zul du Verräter!" "R'Zul ist tot," schrie Dranei und sprang von der Schattenbarke. "Ich bin Lord Dranei von der Kabale des Schwarzen Herzens und werde euch nun endgültig für euren Frevel zahlen lassen!" Mit einem wutverzerrten Gesicht und einem lauten Schrei auf den Lippen raste Horkan auf Dranei zu, der mit seinem Vollstrecker in Abwehrposition ging. Er riss Horkans Peiniger nach oben, so dass der wütende Lord beinahe fiel. Doch er stabilisierte sich und versuchte, Dranei mit seinem Peiniger zu treffen, doch der junge Lord parierte jeden seiner Schläge. "Es tut mir Lord Horkan," schrie Dranei, "es tut mir leid, dass ihr ein solcher Narr ward, der glaubte, sich uns entgegenstellen zu können. Es tut mir sehr leid, dass wir das Südtor unbewacht ließen und den Harlequinen und unseren restlichen Verbündeten den Zugang ermöglicht haben!" Lachend wehrte Dranei einen Schlag den wütenden Lords ab. "Der Feind ist in meinem Palast! Ihr werdet dafür zahlen," brüllte Horkan und trieb den Peiniger auf Dranei zu. Dieser rammte ihm jedoch den unteren Teil seines Vollstreckers in Brustkorb. Horkan taumelte zurück und Dranei setzte nach. In einer flüssigen Bewegung trennte er den Peiniger samt Arm vom Körper des geschwächten Lords. Horkan fiel zu Boden und Dranei rammte ihm sein Knie in den Hals. "Schlaft gut," zischte er, bevor er Horkan mit Faust endgültig bewusstlos schlug.
Die Fehde der Herzen war beendet.


Epilog

Nach dem Ende Horkans kapitulierten seine restlichen Krieger. Sie wurden zusammengepfercht und auf die Gefangenentransporter verladen.
Asdrubael Vects Krieger schleppten den Körper des bewusstlosen Lords auf eine Schattenbarke. Vect, der neben dem Körper und Dranei gestanden hatte, sah ihnen kurz nach. Seine Aufmerksamkeit wurde aber schnell auf eine kleine Gruppe Harlequine gezogen, die den eroberten Palast verließen. Bekth`Rash, der Führer der Harlequine, trat vor die Lords. "Wir haben unsere Rache bekommen. Wie bedauerlich, dass unsere Brüder nicht so wie ihr dachtet." Vect verengte die Augen. "Verschwindet nun," zischte er. "Ihr habt eure Rache bekommen und nun keinen Grund mehr, sich auf meinem Gebiet aufzuhalten!" Der Harlequin sah den Lord mit traurigem Blick an. "Vielleicht unterscheidet ihr euch doch nicht von euren Gegnern!" Bekth`Rash richtete den Blick auf Dranei. "Lord Dranei, ich hoffe, dass wir uns eines Tages wiedersehen können." Nach einem letzten, verachtenden Blick auf Vect verließen die Harlequine den Platz.
"Eine seltsame Gruppe Narren! Aber solange sie uns dienen, sollten wir sie nicht aus dem Weg räumen," sagte Vect, als plötzlich ein Raven über den Platz jagte, ein weiterer mit anderem Farbschema hinter ihm. "Sie sollten besser in den Palast zurückkehren, mein Lord," empfahl Dranei. Es würde nicht mehr dauern, bis weitere Kabale ihre Scouts ganz offen ausschicken würden. "Ihr habt recht, lasst uns zurückkehren." Vect ging auf seine Wyvern zu. Dranei betrachtete die Flotten der Boten der Apokalypse. Vect drehte sich um, als er merkte, dass Dranei ihm nicht folgte. "Archon Dranei!" Dranei drehte sich zu Vect um. Der Lord der Kabale des Schwarzen Herzens trat aber wieder auf Dranei zu. "Die Truppen werden gute Arbeit im Dienste unsere Kabale verrichten," sagte er. "Ja," erwiderte Dranei, "aber sie sind nicht dafür geschaffen. Sie brauchen ihre Freiheit. Diese Eldar können sich nicht an einen großen Herrscher und die Entscheidungen binden, die er für sie trifft. Sie brauchen einen Führer an der Spitze, der ihre Raubzüge persönlich leitet und nicht in seinem Palast sich Gedanken über die Politik macht!"
Dranei sah Vect ihn die Augen. "Mein Lord, ich erbitte sie, mich aus der Kabale austreten zu lassen. Ich möchte mit diesen Eldar Commorragh verlassen und ein neues Leben anfangen, ein Leben unabhängig von den Ereignissen auf Commorragh!" Asdrubael Vect senkte den Kopf. Dann sah er Dranei mit einem Funkeln in den Augen wieder an. "Ich fürchte, dass ihr nie ganz unabhängig von Commorragh sein könnt." Er machte eine kurze Pause. "Aufgrund eurer Loyalität mir gegenüber gewähre ich euch diesen Wunsch. Ihr müsst mir aber stets für spezielle Aufträge zur Verfügung stehen!" Dranei lächelte. "Ich verstehe, mein Lord, und ich danke euch. Ich verspreche euch auch weiterhin meine grenzenlose Loyalität euch und der Kabale gegenüber!" Vect nickte kurz und drehte sich um.
Dranei stand noch zwei Minuten auf dem Platz und beobachtete den Abflug Lord Vects. Eine Schattenbarke kam auf ihn zu und stoppte neben ihm. T'Leth blickte auf ihn hinab. Er stieg mit einem Lächeln auf die Barke.
"Nehmt Kurs auf das nächste Warpportal," befahl er.



Urheberrecht: Norman Mach, 2002



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