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ZWILLINGSBRüDER

ABSTURZ AUF SR-819

DIE AUDIENZ

Zhaar saß auf seinem von knisternden Fackeln umkreisten Steinthron und war in ein Buch vertieft. Es war in dunkles Leder gebunden, die Seiten wirkten brüchig und vergilbt. Rings um ihn herum huschten Schatten durch das flackernde Licht und erzeugten dabei grotesk verformte Abbilder an den kalten Stahlwänden, die einen gespenstischen Tanz vollführten. Es waren die geschäftigen Sklaven, die die Konsolen und Instrumente der Kommandobrücke des gewaltigen Panzerkreuzers bedienten. Unter ihnen war eine hochragende, breitschultrige Gestalt, die sich nun von einer der Kommunikationsapparaturen erhob und auf Zhaar zuschritt. Ihre wehende weiße Kutte ließ gelegentlich darunter eine scharlachrote, mit Stacheln versehene Rüstung hervorblitzen. Die Gestalt blieb vor dem Thron stehen und verbeugte sich knapp. Zhaar schien sie nicht bemerkt zu haben und starrte weiterhin wie gebannt in das alte Buch. Plötzlich sprach er mit einer solch durchdringenden Stimme, dass sich einige der Sklaven erschrocken zu ihm herumdrehten, nur um gleich darauf ängstlich wieder weiterzuarbeiten.
"Was gibt es zu melden, Priesterhexer Nerraph?"
"Die Fähre des Eldar Piratenkapitäns hat soeben angedockt, mein General. Er ist bereits auf dem Weg hierher."
"Endlich! Es ist nicht gut, die Götter warten zu lassen..."
"Seid jedoch vorsichtig, General Zhaar, die Verblendeten sind verschlagen und heimtückisch."
Zhaar nickte und berührte kurz die große Streitaxt, die angelegt neben dem Thron stand, ohne dabei auch nur einmal vom Buch aufzuschauen. Nerraph entfernte sich wieder und verschwand in dem vielleibigen Meer der Schatten.

Wenige Augenblicke später öffnete sich langsam und zischend eine der gewaltigen Schotttüren. Vier schwerbewaffnete gehörnte Chaos Space Marines traten ein, in ihrer Mitte ging ein in einem nachtschwarzen Umhang gehüllter Krieger. Die messerscharfen Klingen, die aus seinem Helm ragten, und die feuerroten Augen, die Zhaar anstarrten, ließen ihn noch bedrohlicher wirken als seine grimmigen Bewacher.
Zhaar klappte das arkane Buch zu und legte es auf eine Armlehne. Die vier Wachen entfernten sich daraufhin nach einem kurzen Nicken von ihm, blieben aber in Eingreifreichweite stehen. Der finstere Eldar Krieger musste innerlich darüber schmunzeln. Keiner von ihnen wäre schnell genug, um den Tod ihres Anführers verhindern zu können, dachte er. Doch er war nicht gekommen, um zu töten.
"Mein Name ist Nagrodh, ich spreche im Namen des Dunklen Herrschers zu dir, Zhaar. Er hat ein lukratives Angebot für dich."
"Ein lukratives Angebot? Vor mir liegen Skagerrag und Dentari II, bereit von meinen Kriegern und der unendlichen Macht der wahren Götter zerschmettert zu werden! Welches Angebot soll da schon lukrativer sein?"
"Die Vernichtung einer ganzen Space Marines Raumflotte."
Schlagartig wurde es still auf der Brücke. Nagrodh lächelte hinter seinem Helmvisier und sprach ruhig weiter:
"Alles, was von ihnen übrigbleibt, wird euch gehören. Raumschiffe, Panzer, Rüstungen, Waffen, Munition, ...alles. Bis auf ihren Kommandanten, er gehört uns! Mehr wird der Dunkle Herrscher nicht verlangen."
Zhaar starrte ihn unvermittelt an und schien ihn mit seinem Blick prüfen zu wollen. Dann brach er plötzlich in schallendes Gelächter aus, das grausam von den Wänden widerhallte.
"Eine Raumflotte der Erzsünder! Und wie wollt ihr sie vernichten? Erbärmlicher Heide! Ihr wollt unsere Macht doch nur kaufen, um den Sieg davontragen zu können. Unser Anteil am Lohn ist groß, aber unser Blutzoll wird es ebenfalls sein, nicht wahr?"
"Nicht geringer als unserer. Es ist ein Angebot, ihr könnt es ausschlagen oder annehmen. Ob du es glaubst, Chem-Pan-Sey, oder nicht, wir sind nicht auf euch angewiesen. Unterschätze meinen Meister nicht!"
"Und du solltest die Allmacht der Chaosgötter nicht unterschätzen, Ungläubiger!"
Zhaar lehnte sich zurück, schloss die Augen und atmete tief durch. Er überlegte kurz und sprach dann weiter:
"Hmmm... Andererseits wäre es ein gerechtes Opfer, die Erzsünder vom Antlitz dieses Universums zu tilgen. Sprich nur weiter, erläutere mir den Plan deines Herrn, danach werde ich entscheiden."
"Gut. Der Aer-Sârn wird die Beute zu uns führen. Wir müssen ihr nur auflauern und ihr dann den Todesstoß versetzen."
"Aer-Sârn?"
"Ihr Menschen nennt ihn den Mahlstrom der Zeit..."
Bei der Nennung dieses Namens weiteten sich Zhaars Augen und Nerraph, der in ihrer Nähe stand, wandte sich ihnen zu, als ob er lauschen würde.
"Ich kenne die Legenden und Sagen vom Mahlstrom der Zeit. Ein riesiger Warpsturm, der durch Raum und Zeit reist. Niemand hat ihn bisher lebend wieder verlassen können. Es heißt, dass er ein Werk des wandelhaften Tzeentch ist. Doch es sind nur alte Geschichten, der Mahlstrom wurde seit Jahrtausenden nicht mehr gesehen."
"Narr! Aer-Sârn ist viel älter als dein Gott, er tobte und wütete schon lange vor der Entstehung dieser Galaxis. Es stimmt, dass er seit langem verschwunden ist, denn er war auf Reisen in der Zukunft und der Vergangenheit. Doch in 135 Jahren nach eurer Zeitrechnung wird er in die Gegenwart zurückkehren."
"Woher wollt ihr das wissen? Keiner kann den verworrenen Pfaden des Unbeständigen folgen."
"Der Dunkle Herrscher weiß es, und nun höre gut zu, Zhaar, denn er weiß noch mehr: Die besagte Flotte der Space Marines wird in 135 Jahren am Tor von Eleafsson von Aer-Sârn überrascht und in ihn hineingezerrt. Sein hinteres Ende wird sich hier im Dentari-Raum öffnen und die Flotte freilassen. Dies ist der Zeitpunkt, an dem wir zuschlagen werden."
"In 135 Standardjahren? Wir haben zwar Jahrtausende lang in den Katakomben von Sheitan überdauert, doch ich bin nun des Wartens überdrüssig geworden."
"Aer-Sârn wird dem Strom der Zeit trotzen und in die Vergangenheit reisen, in unser Hier und Jetzt. Wir wissen nur nicht genau, wo und wann er sich wieder zeigen wird, aber wir überwachen den Raum schon seit langer Zeit. Eure Angriffspläne waren uns schon lange bekannt."
"Eine Raumflotte aus der Zukunft also... Auch wenn ich deiner Geschichte Glauben schenken würde, könnte ich noch immer keinen Grund dafür erkennen, weshalb ihr uns um unsere Unterstützung bittet."
"Es wird eine zweite Flotte kommen, die ihre Zwillingsbrüder aus der Zukunft retten will. Und weitere unvorhersehbare Ereignisse werden eintreten. Der Dunkle Herrscher möchte sichergehen, dass sein Wille ausgeführt wird."
"Dann ist er hier im Dentari-Sektor?"
"Es gibt Dinge, die nicht für deine Ohren bestimmt sind, Terraner!"
"So wie der wahre Wert des feindlichen Kommandanten, nicht wahr? Doch es soll mir gleich sein, was ihr mit ihm vorhabt."
"Dann hast du dich also endlich entschieden?"
"Ja! ... Wir werden wie geplant unseren Feldzug fortsetzen, denn ich traue dir nicht. Doch ich werde Späher aussenden, während wir Skagerrag und Dentari II brennen lassen. Sollte sich das, was du mir prophezeit hast, bewahrheiten, werden wir kommen. Dies ist meine Entscheidung."
Ein tiefes Knurren entwich Nagrodh und er warf seinen Mantel zurück. Die Schneiden seiner Klingenhand blitzten auf und er ballte sie zu einer stacheligen Faust. Die Wachen sprangen herbei und umzingelten ihn.
"Euer Angriff wird die Aufmerksamkeit von anderen erregen. Betet, dass ihr nicht die Pläne des Dunklen Herrschers durchkreuzt!"
Für einen kurzen Moment konnte man die Spannung zwischen ihm und Zhaar förmlich greifen. Doch dann drehte sich Nagrodh um und ging auf die Schotttür zu. Die Wachen folgten ihm hinaus.

Nachdem der Eldar die Brücke verlassen hatte, trat Nerraph besorgt an Zhaar heran.
"Ihr habt versäumt, den Abhumanen nach dem Namen des Ordens zu fragen, mein General."
"Ist das denn von Wichtigkeit? In ihrer Verfehlung sind sie doch alle gleich."
"Doch ein dunkles Geheimnis umgibt ihren Anführer. Vielleicht besteht ein Zusammenhang mit der unidentifizierten Sternenfestung, die eure Späher am Rande des Sektors entdeckt haben. Wir dürfen den Ketzern nicht trauen."
"Wir werden sehen, ob er Recht gehabt hat. Falls es stimmt, Priesterhexer, wird es dann eure Aufgabe sein, dieses Geheimnis zu lüften. Sollte sich der Erzketzer als wertvoll erweisen und ein günstiger Zeitpunkt kommen, werden wir einfach die gesamte Beute an uns reißen..."
Damit wandte sich Zhaar wieder dem alten Buch zu.


HINTERGRUND

SR-819:
Dentari Sektor
Delta-Klasse
Bevölkerung: 0

Überwiegend Felslandschaft, minimale H2O-Vorkommen, O2-Atmosphäre, Sturmklima, Kolonisierung aufgegeben
+++ Unbekanntes Phänomen +++
Typ: unklassifiziert

Störung im Raum-Zeit-Kontinuum, Transwarp-Eigenschaften, Gefahrenstufe Alpha, "Mahlstrom der Zeit" genannt

Im Jahre 999/M41 öffnete sich in der Nähe von SR-819, einem kleinen Felsmond im Dentari-Sektor, wieder der sagenumwobene Mahlstrom der Zeit.
Eine große Flotte trat aus dem Raumwirbel in den Realraum über und wurde sofort von den Raum-Zeit-Verzerrungen erfasst, die den Mahlstrom umgaben. Es war eine Angriffsflotte der GoldenEye Guards, die von ihrem Ordenskommandanten Flak Tason befehligt wurde. Die gewaltigen Kräfte zerschmetterten die winzig erscheinenden Schiffe mühelos, es gelang jedoch einigen wenigen, darunter auch Tasons Flaggschiff 'Eiserne Wacht', unter schweren Beschädigungen durchzubrechen.
Aufgrund der irreparablen kritischen Schäden an den Raumschiffen befahl Tason daraufhin die sofortige Evakuierung. Bevor die steuerlosen Wracks in der Atmosphäre von SR-819 größtenteils verglühten, konnten die überlebenden GoldenEye Guards, mitsamt eines Großteils ihrer Kriegsmaschinerie, sie noch mit Landungskapseln verlassen. Der unkontrollierte Abschuss führte jedoch dazu, dass die Kapseln auf dem ganzen Mond verstreut wurden. Und gleich nach ihrer Landung wurden die Besatzungen der Rettungskapseln, die weit vom ursprünglichen Kurs abgewichenen sind, plötzlich von finsteren Kriegern überfallen, die bereits auf sie gewartet hatten...

Die Angreifer gehören zur Streitmacht von Myrthral, einem Statthalter Nagrodhs, die SR-819 und die nähere Umgebung überwachen sollte. Die Überfallkommandos haben den Auftrag, so viele Gefangene wie möglich zu machen, um Informationen über die Landeposition Flak Tasons zu erhalten. Myrthrals Krieger sind längst bereit zum Zuschlagen, doch er benötigt exaktere Daten über den Standort der Hauptbeute, die er in den Geräten, Datenbanken und Gehirnen der Space Marines zu finden hofft. Sollte es ihm gelingen, sie zu fangen, bevor Nagrodh mit der Hauptstreitmacht eintrifft, wäre ihm eine Beförderung sicher.


SZENARIO

Sklavenjagd (siehe Codex Dark Eldar)


SONDERREGELN

Die Space Marines müssen, anstatt normal aufgestellt zu werden, mit den Regeln für Landungskapseln auf das Spielfeld gebracht werden. Die Landeschablonen dürfen nur in den ursprünglichen Verteidiger-Aufstellungsbereich gelegt werden, durch Abweichung kann es jedoch passieren, dass sie außerhalb davon liegen bleiben.


ARMEEGRÖSSE

1000-1500 Punkte empfohlen


DARK ELDAR ARMEEORGANISATION

siehe Standardmission


SPACE MARINES ARMEEORGANISATION

siehe Standardmission, beachte die Sonderregeln für Landungskapseln


DARK ELDAR ARMEELISTE

1 Dracon, 0-1 Gefolge
0-1 Mandraks, 0-2 Hagashîn, 0-1 Sklavenjäger
Kriegertrupps, Stosstrupps
Jetbikes
0-1 Talos, 0-1 Seelenernter
Schattenbarken


SPACE MARINES ARMEELISTE

1 Befehlshaber/Kommandant, 0-1 Protectorgarde (kein Protectorkommandant)
0-1 Terminator(sturm)trupp, 0-1 Cybot
Taktische Trupps, Scouttrupps
0-1 Sturmtrupp, 0-3 Landspeeder (Gesamtzahl an Modellen!)
0-2 Unterstützungstrupps


ERGEBNIS

Bei einem Sieg der Dark Eldar konnten genug Informationen über Flak Tasons Position ausfindig gemacht werden. Weiter bei: Sturmzeit
Bei einem Unentschieden oder einem Sieg der Space Marines konnte der Überraschungsangriff erfolgreich abgewehrt und die Koordinaten des Heiligen Wächters geheimgehalten werden. Weiter bei: Fels in der Brandung



Urheberrecht: Huân Vu, 2001



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