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BEGEGNUNGEN TEIL 1

>> von: Inquisitor Hyronimus Borallos
>> an: Lordinquisitor Marcellus Bonifatius Capridaris
>> Betreff: Untersuchung der Anomalie im Abyssos System
>> sendender Astropath: 2. Kommunikationsadept der "Glorie des Imperators": Bruder Garfel
>> empfangender Astropath: 1. Kommunikationsadept der "Heiliges Feuer": Bruder Valeris
>> Gedanke des Tages: Es gibt keinen Ort im Universum, welcher vom Licht des Imperators nicht erleuchtet wird.

Der Imperator sei mit Euch, Lordinquisitor,

bevor ich Euch von den erschreckenden und ungeheuerlichen Erlebnissen, welcher ich an Bord der "Glorie des Imperators" Zeuge werden mußte, berichte, so möchte ich Euch nahe legen den Astropathen, welcher diese Sendung verschlüsselt entgegennahm, umgehend am ewigen Licht des Imperators teilhaben zu lassen. Ich werde gleichermaßen mit dem Kommunikationsoffizier des Schiffes verfahren, wenn er die Nachricht gesendet hat.

Gesegneter Bruder Capridaris, ich habe in Eurem Auftrag gehandelt und bin wie befohlen mit der "Glorie des Imperators" und einer Begleitflotte aus vier Fregatten in das Abyssos System geflogen. Wie der planetare Gouverneur von Abyssos Fünf es an Euch heran trug, stießen wir nahe des Planeten auf eine Anomalie im Realraum, welcher auf Einwirkungen durch das Immaterium schließen ließ. Doch ich greife vor.
Wir verließen den Warp nahe von Abyssos Vier, jedoch ist eine der Fregatten, die "Zorn der Gerechten", nicht wieder in den Realraum hinübergewechselt. Scheinbar ist die Besatzung den Verlockungen der Dämonen erlegen oder ihr Astropath konnte den Kurs nicht halten. Ich empfehle eine sofortige Terminierung, falls das Schiff wieder auftauchen sollte. Der Kommandant der "Glorie des Imperators", Kapitän Heinrich von Horn, ließ sich durch diesen Zwischenfall jedoch nicht beirren und folgte unverzagt den ihm gegebenen Befehlen, indem er Kurs auf Abyssos Fünf nehmen ließ.
Ich befand mich auf der Brücke der "Glorie des Imperators" um sicherzustellen, daß die Besatzung im Sinne der Inquisition zu handeln bereit war, indem ich einige der unteren Dienstränge sich ihren Geist mit Geißeln reinigen ließ, als einer der Techadepten verkündete, das wir in Reichweite von Abyssos Fünf gekommen seien.
Und wahrlich, der große Sichtschirm der Brücke erwachte zum Leben, als der uralte Maschinengeist in ihm unter den Gesängen und Liturgien der Adepten ein Bild aus dem Weltraum auf ihn sandte.
Vor uns, inmitten der Schwärze des vom Imperator gezähmten und beherrschten Alls, lag in weiter Ferne Abyssos Fünf. Kapitän von Horn befahl den Techadepten umgehend mit der Untersuchung des Systems um die Anomalie ausfindig zu machen. Die Adepten begannen sofort mit ihren Gebeten und nahmen Kontakt mit dem Maschinengeistern des Schiffes auf. Doch es war eine der Fregatten, welche als erstes fündig wurde. Die "Seelenpein des Sünders" befand sich in einem Abstand von zwölf Kilometern als das Ungeheuerliche geschah. Vor der "Seelenpein des Sünders" riß ein Loch in den Realraum. Gleich einer Blüte öffnete ein Strudel aus blauen Licht sich direkt vor dem Schiff. Silbernes und goldenes Licht ergoß sich aus der sich drehenden Anomalie und etwas kam aus seinem Inneren heraus.
Ein, im Vergleich zur Anomalie, kleines Objekt wurde aus dem Licht katapultiert, das danach in sich zusammenfiel und scheinbar verschwand.
Unter der Brückenbesatzung brach eine Unruhe aus, die dem glorreichen Imperator Schande bereitet hätte, und so mußten Kapitän von Horn und ich zur Hebung der Moral einige Exekutionen unter den Unruhestiftern vornehmen. Während die Leichen der Unruhestifter von der Brücke getragen wurden, richtete ich meine Aufmerksamkeit wieder auf den Sichtschirm. Der Kapitän ließ das Bild vergrößern, damit wir das Objekt, welches aus der Anomalie gekommen war näher in Augenschein konnten.
Der Imperator möge uns schützen und seine göttliche Weisheit möge uns erleuchten. Es war ein Raumschiff! Nicht so groß wie die "Glorie des Imperators", aber größer als die "Seelenpein des Sünders", die sich in unmittelbarer Nähe befand. Aber es war von einer Gestalt, wie ich es noch nie gesehen habe. Die fließenden Konturen erinnerten an die Raumschiffe der verfluchten Eldar, waren aber doch auf eine widerwärtige Weise anders.
Das Hauptsegment erschien kreisförmig, wie ein Rundschild oder Diskus. Darunter befand sich ein Verbindungsstück, auf dem der Diskus saß wie ein Kopf auf einem Hals. Verzeiht meine bizarre Ausdrucksweise, aber eine treffendere Beschreibung will mir ob der fremdartigen Erscheinungsform des Schiffes nicht gelingen. Dieses Verbindungsstück selbst saß auf einem kegelförmigen, sich zum Ende verjüngendem, Rumpf, aus dessen Heck sonderbare Auswüchse sprossen, die parallel zum Rumpf verliefen, bei denen es sich wohl um die Triebwerke handeln sollte. Sonderbare, fremdartige und wohl auch blasphemische Zeichen waren über den Rumpf verteilt und von hellen Lichtern beleuchtet. Der Imperator möge mir verzeihen, das ich diese geschaut habe. Ein Oberstleutnant neben mir wurde von der fremdartigen Gestalt des Schiffes dermaßen aus der Fassung gebracht und in Bann gezogen, daß ich ihn augenblicklich hinrichten mußte um den Glauben der anderen Besatzungsmitglieder nicht zu gefährden.
Das Schiff kam mit hoher Geschwindigkeit aus der Anomalie und hielt geradewegs auf die "Seelenpein des Sünders" zu, die nur unter größten Anstrengungen ein Ausweichmanöver einleiten konnte. Ich möchte hier den Kommandanten der Fregatte lobend erwähnen, da er den Ernst der Situation schnell erfaßt hat und sofort das Feuer auf das fremde Schiff eröffnen ließ. Kapitän von Horn erteilte augenblicklich den Befehl die "Glorie des Imperators" in Schußreichweite zu bringen und die übrigen Fregatten, welche sich unglücklicherweise weiter entfernt befanden als wir, das Feuer eröffnen zu lassen.
Das fremde Schiff wurde von den reinigenden Strahlen aus den Geschützen der "Seelenpein des Sünders" getroffen, doch keine der Salven konnte etwas erreichen. Ein ovaler Energieschild glühte in unheiligem Licht um das fremde Schiff herum und beschützte es vor dem gerechtem Zorn der Diener seiner Göttlichkeit.
Kapitän von Horn stand mit funkelnden Augen und vor gerechter Wut verzerrtem Gesicht neben mir, als er auf die Navigatoren einschlug um sie dazu zu bringen, die "Glorie des Imperators" schneller auf das andere Schiff zu bewegen. Als Antwort auf die gerechtfertigten Versuche die Menschheit zu schützen, leuchteten an zwei Seiten des Diskus frevelhafte Lichter auf, die begannen sich kreisförmig aufeinander zu zubewegen. Dort wo sie sich trafen erschien ein gelboranger Energiestrahl, welcher nach der "Seelenpein des Sünders" tastete und die gesegneten Waffen des Schiffes zerschmolz. Danach beschleunigte das ketzerische Schiff, welches es gewagt hatte sich gegen die rechtmäßigen Beherrscher der Galaxis zu stellen und ging auf einen Fluchtkurs. Doch was für Ausgeburten des Chaos auch immer an Bord dieses Schiffes gewesen sein mußten; sie hatten nicht mit der Hingabe gerechnet, zu welchem wahre Diener des Imperators fähig sind.
Der Kommandant der "Seelenpein des Sünders" traf, da er seiner Waffen beraubt war und somit drohte wehrlos zu werden, die einzig richtige Entscheidung. Er ließ die "Seelenpein des Sünders" auf einen Abfangkurs gehen und rammte das fremde Schiff mit seinem eigenen, genau in dem Moment als die "Glorie des Imperators" in Feuerreichweite gelangt war. Der von gläubigen Zorn erfüllte Kapitän von Horn ließ sämtliche Waffen seines Schiffes abfeuern um den Kommandanten der Fregatte beizustehen. Eine gewaltige Explosion raubte uns daraufhin für Sekunden die Sicht. Selbst der mächtige Maschinengeist der "Glorie des Imperators" schien geblendet, da das Bild auf dem Sichtschirm für einige Augenblicke verblaßte. Nur den augenblicklich einsetzenden Gebeten der getreu dem Imperator dienenden Techadepten war es zu verdanken, daß das Bild so schnell wiederkehrte. Glühende, sich schnell abkühlende Trümmer der "Seelenpein des Sünders" drifteten von der Explosionsstelle fort, doch das von den finsteren Göttern des Chaos begünstigte fremde Schiff, war noch immer dort. Außer sich vor Zorn zog Kapitän von Horn seine Dienstpistole und richtete eigenhändig vier der Waffenoffiziere, wegen ihrer Unfähigkeit und ihrer offensichtlichen Kollaboration mit dem Feind.
Ich beglückwünschte Kapitän von Horn zu seiner schnellen Auffassungsgabe und möchte an dieser Stelle nochmals darauf hinweisen, das die imperiale Flotte von mehr Männern wie von Horn deutlich profitieren könnte. Zu meinem Bedauern habe ich an Bord von anderen Schiffen mehrmals hochrangige Offiziere zur hochnotpeinlichen Befragung in die Hände unserer Brüder übergeben müssen, da sie sich durch eine erschreckende Laxheit und mangelnden Einsatz verdächtig gemacht hatten. Doch ich schweife wieder ab.
Da nicht alle Waffenoffiziere unfähig waren oder ketzerischen Gedankengut nachhingen war das fremde Schiff nicht unbeschädigt aus dem Beschuß hervorgegangen. Der vormals weiße Diskus war an vielen Stellen geschwärzt und Flammen leckten in den Weltraum aus ihm hinaus. Eine der, an Röhren mahnenden, Triebwerke war vom Rumpf gerissen worden und trieb zerstört und absonderlich, farbiges Gas ausstoßend zerschmettert im All. Befriedigt nahm ich zur Kenntnis, daß unsere geheiligten Waffen die absonderlichen Zeichen von der Hülle des Schiffes gebrannt hatten, als einer der Kommunikationsadepten sich meldete.
Er gab an, daß das fremde Schiff versuche mit uns Kontakt aufzunehmen, indem es ein Signal schickte. In dem Signal müssen ketzerische Botschaften mitgeschwungen haben, denn ehe ich es verhindern konnte legte der verblendete Kommunikationsadept die Sendung auf den Sichtschirm und die Lautsprecher. Rauschen und statische Verzerrungen machten einen Teil der Botschaft unkenntlich, doch es war zu spät. Ich gebe hier wieder, was die Besatzung der Brücke mit ansehen mußte, bevor es mir gelang den Verblendeten mit meinem Energieschwert zu enthaupten und das Schwert in den Kommunikationsschrein zu treiben um die Verbindung zu unterbrechen. "...ubraumfluktuation...im ...rmloch...erhole!...ier spricht Captain Thomas McArthur vo ....derationsraumschiff ‚Pittsburgh'. Bit... ellen sie ...s Feuer ein! Wir sind nicht i... einde! Antworten sie bitt..."
Der Sichtschirm zeigte eine fremdartige Kommandobrücke auf der Verwüstung herrschte und Brände tobten. Eine ovale Konstruktion mit zwei nebeneinander gelegenen Steuerpulten, von denen die linke abgerissen am Boden lag, so daß der sonderbare Liegesitz dahinter offenbart wurde. Dahinter befand sich eine Reihe von drei ebenfalls nebeneinander gelegenen Sitzen von denen der mittlere hervorgehoben war, wie ein Thron. Darüber wölbte sich im Halbkreis etwas, das an eine Balustrade erinnerte und auf einer höher gelegenen Ebene links und rechts neben der Sitzreihe zu betreten war. Alles war wie in Dämmerung getaucht, nur ein düsteres rotes Licht pulsierte an den Wänden.
Gestalten standen hinter der Balustrade und saßen an in einem unheimlichen Licht erleuchteten Schreinen über die absonderliche, blasphemische Symbole huschten. Die verbliebene Steuerkonsole war mit einem Wesen besetzt, wie es nur das Chaos hervorbringen kann, mit blauer Haut und fühlergleichen Auswüchsen auf dem von weißen Haaren bedecktem Schädel. Und... ich wage es kaum zu sagen mein Lordinquisitor. Hinter ihm stand ein Mensch!
Er trug eine unbekannte, enganliegende Uniform in Schwarz, mit rotem Schulterbesatz und einem mir unbekanntem, jedoch sicherlich häretischem Symbol auf der linken Brust. Es war ein nach oben zeigendes, goldenes Dreieck vor einem liegendem Oval aus Gold.
Blut lief dem Mann aus einer Kopfwunde und er hielt sich nur mühsam auf den Beinen. Dann zerstörte ich den Schrein. Voller Abscheu wandte ich mich nach der Zerstörung des Kommunikationsschreins den fassungslos auf den Sichtschirm schauenden Besatzungsmitgliedern zu. Ich ergriff den wie erstarrt scheinenden von Horn bei der Schulter. Abschwörungslitaneien intonierend und die geheiligten Worte der Inquisition auf den Lippen löste ich den Kapitän aus seiner Erstarrung. Halb erwartete ich ihn an die üblen Beeinflussungen der Botschaft verloren zu haben, doch das Licht des Imperators erwies sich als stärker. Wieder bei Sinnen brachte er sofort seine schockierte und verwirrte Besatzung mit meiner Hilfe wieder unter Kontrolle. Einige wenige Verblendete, die den finsteren Einflüsterungen erlagen und dem fremden Schiff antworten wollten wurden von den ihnen überlegenen imperiumstreuen Besatzungsmitgliedern auf der Stelle im Namen des Lichts des Imperators exekutiert.
Kapitän von Horn befahl augenblicklich sämtliche Waffen auf das fremde Schiff abzufeuern und diesmal hatte es den von hochgläubigen Adepten gesegneten Waffen und geweihten Torpedos nichts entgegenzusetzen. In einer Explosion aus unheiligem blauen Feuer wurde das fremde Schiff völlig vernichtet.
Doch noch war die Gefahr nicht gebannt. Noch immer gab es die Anomalie und - der Imperator möge es verhindern - noch immer konnten Schiffe aus ihm herauskommen. Kapitän von Horn ließ die "Glorie des Imperators" nahe an die Position heranbringen, an der sich ehemals die "Seelenpein des Sünders" befand und wie zuvor öffnete sich die Anomalie. Unbeeindruckt von der trügerischen Schönheit der Anomalie befahlt Kapitän von Horn die Waffen abzufeuern. Begleitet von meinen Segnungen trafen die heiligen Torpedos der Erlösung auf die Anomalie und brachten sie zum kollabieren.

Verehrter Lordinquisitor, ich ersuche Euch das Abyssos System unter strengste Beobachtung der Inquisition zu stellen. Der Imperator möge es verhindern, aber niemand kann wissen ob nicht bereits mehr Schiffe die Anomalie verlassen haben und ihren verderblichen Einfluß auf den Planeten ausüben.
Weiterhin empfehle ich die Besatzungen der Schiffe "Glorie des Imperators", "Flammen der Erlösung" und "Wächter der Menschheit" der hochnotpeinlichen Befragung der Inquisition auszusetzen, um sicherzustellen, ob sich nicht Häresie und Verrat bei ihnen eingeschlichen hat.

Den Segen des Imperators auf Euch,

Euer treuer Diener im Glauben an den Göttlichen Imperator,

Inquisitor Hyronimus Borallos




Urheberrecht: Heiko Stallmann, 2003



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