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CORPUL VI

Das menschliche Leben gleicht einem Stern. Es weilt. Irgendwann leuchtet es für einen kurzen Augenblick in seinem hellsten und stolzesten Schein auf, nur um im Licht tausend anderer, hellerer Sterne unterzugehen.


Prolog

Datum: 452/M41
Außenposten Rhadallon auf der Eiswelt Corpul VI.
Kriegsbericht von Sergeant Raffael Sylver. Siebtes Regiment, 385. Kompanie der imperialen Armee Cadias. Nach unseren Berechnungen betrug die terranische Standardzeit 1835 als dieses Schriftstück angefertigt wurde.


Sudden Thunder
Wir schreiben das Jahr 452 des 41.Jahrtausends. Ich befinde mich an Bord des Versorgungs- und Transportjägers "Sudden Thunder". Außer der dreiköpfigen Besatzung des Jägers begleiten mich ein imperialer Läufer des Typs Sentinel (lahm gelegt und bewegungsunfähig durch feindlichen Beschuss) und Private Roger Strings, Soldat des 385.cadianischen Kompanie und loyaler Diener des Imperators. Mein eigener Name ist Raffael Sylver, Sergeant der 385.
Ich bin Soldat, kein Kriegsberichterstatter, aber ich fühle mich dazu verpflichtet, über den Untergang meiner und den der an unserer Seite kämpfender 375. und 376. Kompanien der imperialen Armee Cadias zu berichten. Ich weiß weder für wen, noch zu welchem Zweck, ich folge einfach meinem Instinkt... oder Bedürfnis...
Es ist bei weitem nicht die erste Schlacht, in der ich kämpfte, aber die erste, über die ich Bericht erstatte. Bloß wo fange ich an? Wo findet man den Anfang einer Geschichte, deren Ausgang noch weit in der Zukunft liegt? Denn genau so kommt mir dies alles vor. Nichts neues... nur unverständlich...
Vielleicht beginnt alles an einem Tag, an dem ein Imperialer Kreuzer zur Notlandung gezwungen wurde und auf einem, scheinbar kleinen und irrelevanten, Planeten, dem man den Namen "Corpul VI" gegeben hat, abstürzte. Ein Scouttrupp, mit dem Auftrag, die Absturzstelle zu sichern, schickte den Beratern des Imperators beachtliche und durchaus überraschende Werte und Daten über diesen Planeten zu... Es war der Planet, auf dem die Kompanien Cadias bereits einige Monate Später in einem erbitterten Kampf ihr Ende finden sollte...
Aber vielleicht fängt alles erst genau an diesem Tag an. Es war ein verschneiter Tag. Eisige Temperaturen, gefrorene Seen, weiße Wälder und Hügel und eine Mischung aus altem, grauen, zertretenen und frischem, weißen, flockigen Schnee...


Corpul VI, Außenposten Rhadallon
"Ein wunderschöner Morgen, nicht wahr Captain?" sagte er, den Kragen hochstellend, um den Schnee nicht in den Nacken zu bekommen. Captain Rick Hawkins blickte stumpf geradeaus. Er versuchte durch den Schneesturm den Horizont zu erfassen.
"Warum sind Sie nicht in Ihrer Armaplastrüstung, Fleury?" fragte er ruhig, ohne sich umzudrehen.
"Sir?" Fleury guckte seinen Captain verwundert an "Sir, ich dachte... Nun, um ehrlich zu sein Sir, ich habe bis eben geschlafen und..." Hawkins unterbrach ihn durch den peitschenden Wind:
"Was soll das, Sergeant? Entschuldigen Sie sich bei mir?" dann kniff er die Augen zusammen, zog seinen Kopf weit nach vorne und versuchte noch einmal etwas am Horizont zu erkennen.
"Nein, Sir... Ich... bitte um Erlaubnis, offen sprechen zu dürfen, Captain Hawkins, Sir"
"Schießen sie los, Sarge" er seufzte laut und drehte sich zum ersten Mal an diesem morgen zu ihm um, nachdem er sich überzeugte, dass es, zumindest in der geringen Sichtweite, keine Lebenszeichen gab, die sich außerhalb des Lagers aufhielten.
"Captain, denken Sie wirklich, dass hier was los ist? Wir sind seid einem verdammten Monat hier draußen. Um ehrlich zu sein, Sir, weiß ich gar nicht was das Imperium an diesem dämlichen Planeten gefunden hat. Die Scouts haben sich wahrscheinlich geirrt. Oder die Werte verwechselt." Er machte eine Pause und schaute, scheinbar gedankenverloren, in die Ferne. Dann wandte er seinen Blick wieder zu Hawkins: " In drei Tagen fliegen wir Heim, Sir. Dann kommt die Ablösung. Denken Sie nicht dass wir hier unsere Zeit vertrödeln?"
"Wenn es soweit ist, Sergeant, dann können Sie tun und lassen was sie wollen. Aber jetzt sind wir weit weg von Zuhause. Legen Sie ihre Rüstung an, Fleury und verbinden Sie mich mit General Pershin in Aerial Alpha."
Fleury guckte ihn stumm an, rührte sich aber nicht vom Fleck. Nach einer langen Pause seufzte Hawkins und antwortete langsam und gelassen:
"Ich weiß es nicht, Sergeant! Niemand würde einen Außenposten auf einem unwichtigen Planeten errichten. Und dass irgendwelche Daten einfach verwechselt wurden, habe ich seit meiner Dienstzeit noch nie erlebt." Er sah noch einmal in den Schneesturm und schüttelte langsam den Kopf "Etwas ist hier... ich spüre es. Es ist einfach zu ruhig. Die Luft hier riecht nicht nach Frieden." Fleury folgte seinem Blick, zog noch einmal an der Zigarette und schnippte sie schließlich weg:
"Verstanden, Captain. Ich verbinde Sie mit dem General." Er drehte sich um und schritt langsam in den Bunker. Hawkins nickte:
"Machen Sie das. Ich bin in ein Paar Minuten da." Er sicherte seine Kantreal-AMP7-Hochenergie Laserpistole. Seine Energiefaust hörte auf zu summen und aus einem leuchtenden Blau wurde kaltes, mattes Schwarz. Noch einen Augenblick lang lauschte er, seufzte dann laut und ging fluchend zum Artillerie Geschütz. Verdammter Schnee dachte er als er den Display frei machte und die Koordinaten ihres Lagers und des Sichtfeldes notierte. Verdammter Planet.
Ungeduldig ging er in den Bunker und griff dort stumm zum Hörer, der ihm von, bereits in der "Dose" (wie die Soldaten halb scherzend, halb sarkastisch ihre Rüstung nannten) stehenden, Fleury angeboten wurde. Hawkins nickte und legte den Hörer ans Ohr
"Sweet Home, hier Castaway 2, kommen Sie." Eine kurze Pause setzte ein, bevor eine Rückmeldung kam:
"Hier ist Sweet Home, Castaway, höre Sie klar und deutlich, kommen."
"Captain Rick Hawkins meldet sich zum Bericht, Sweet Home. Es herrscht eine gähnende Leere im gesamten Sichtradius. Wie schieben hier `ne laue Nummer. Vielleicht habt Ihr ja was für uns zu tun" er kniff die Augen zusammen und hörte scheinbar angestrengt zu
"Ei.........Streit........Klass..............20...........Koordinaten..........Echo 4...........................ko.............n"
"Wiederholen Sie, ich konnte Sie nicht aufnehmen..." wieder lauschte er in den Hörer.
"Cast...y ..........................Schei............................ger..........mobil........men"
"Wiederholen Sie!!... VERDAMMT! Was ist los?! Was ist mit der Verbindung?"
"Hier scheint alles in bester Ordnung zu sein, Captain" sagte eine heisere stimme hinter ihm. Er fuhr herum, lehnte sich über den Monitor und funkelte den Mann an "Ein Scheißdreck ist in Ordnung!" zischte er "Ich kriege keinen Kontakt oder merken sie es nicht?!" Hawkins war kurz davor den Funker am Kragen zu nehmen.
"Er ist wieder da, Sir. Es muss eine kurzfristige Störung im Orbit gegeben haben." Hawkins legte den Hörer wieder an und ein Stillschweigen überflutete den Raum für einige Sekunden, als er den Funk von laut auf Kopfhörer umstellte.
"Ja, verstanden, Sweet Home" sagte er wieder nach einer Pause "Wir werden sie hier empfangen. Einen... Sentinel? Sir, bestätigen Sie, einen... Jawohl. Ja, verstanden Sweet Home. Castaway Ende." Dann legte er den Hörer wieder auf und sah Fleury an: "Sie schicken uns einen Stoßtrupp. Und einen Läufer der Klasse Sentinel. Sie kommen in der nächsten halben Stunde. Sweet Home scheint etwas zu vermuten, Sergeant. Soviel zu ihrem Zeitvertrödeln." Dann drehte er sich um "Alarmstufe Gelb. Lasst die Radare nicht aus den Augen! Ich habe das Gefühl, wir kriegen doch noch unseren Spaß..." eine Weile blieb er regungslos stehen, dann ging er zur Tür "Geben Sie mir Bescheid, wenn die Verstärkung im Orbit ist" Der Funker nickte:
"Jawohl, Captain."
Hawkins ging raus und in sein Zimmer. Er sah sich um und tiefe Sehnsucht erfüllte ihn. Er nahm seinen Helm ab und schmiss ihn schwermütig auf sein Bett. Als er zum Fenster hinausschaute, schneite es scheinbar noch stärker als zuvor. Er machte die Augen zu und sah sein Dorf... Das Haus, in dem er geboren wurde und aufwuchs. Er sah das Gras in dem Garten, roch die Rosen im Beet. Hörte das Geschrei fröhlich spielender Kinder. Er sah seine Freunde, Schulkameraden...
"Was wohl aus all denen geworden ist?" sagte er leise zu sich selbst, seine Gedanken verfolgend "Wo sie wohl alle gelandet sind?" wie gern würde er sie alle heute sehen... mit ihnen sprechen...zumindest mit den Überlebenden... aber er hat sich für die Streitmacht entschieden. Es war an dem Tag, als der Gegenschlag auf die Tyraniden ausgeführt wurde. Das Imperium verlor über 75 % ihrer Streitmächte in diesem Krieg. Aber die Tyraniden wurden zurückgeschlagen. An dem Tag stand er mit gepackten Sachen vor seiner Familie und sagte "Ich werde es tun." Sah sich stumm um, nahm seine Tasche, umarmte sein Mädchen ein letztes mal und antwortete, wiederholend auf das Fluchen seines Vaters, das Weinen seiner Mutter und das krampfhafte Festklammern seiner Freundin ... und das Schweigen seines Bruders... "Ich werde es tun. Und ich werde euch nicht erklären, wieso. Ihr werdet es nicht verstehen." Dann setzte er sich auf sein Motorrad und gab Gas. Er schaute nicht zurück. Er hatte Angst. Ihm schien er würde seine Mutter durch das Heulen der Maschine weinen und seinen Vater ihm viel Glück wünschen und für ihn beten hören...
Er machte die Augen auf... Millionen von Lichtjahren und die Ewigkeit des Todes... aber nur eine Erinnerung... seine Hand griff zur Pistole. Tränen schossen ihm in die Augen. Ein leises, metallisches Klicken, der silberne, kalte Lauf berührte seine Schläfe, die Hand zitterte, der Finger drückte leicht auf den Abzug...
Er fuhr erschrocken zusammen, als sein Funkgerät losschrillte und eine ruhige Stimme ertönte:
"Captain Hawkins? Das Erste Landungsschiff ist im Orbit. Ich gebe ihnen die Landeerlaubnis, sie sagen sie müssen Sie dringend sprechen."
Hawkins nahm zitternd die Pistole von der Schläfe. Er fühlte, wie seine Beine kraftlos wurden und stützte sich ab, um nicht auf die Knie zu fallen. Laut und schwer schnappte er nach Luft. "Wir werden uns wieder sehen" flüsterte er durch die Tränen dem Hologramm zu, das auf seinem Schreibtisch stand. "Aber nicht jetzt. Noch ist es zu früh." Das Hologramm erlosch nach einem sanften Druck auf den Knopf.
"Es ist extrem Gefährlich, was sie da gerade getan haben, Soldat, wissen sie das?" dachte er düster, das Funkgerät anstarrend "Die Pistole war geladen..." doch er sprach es nicht laut aus. Er nahm stumm seinen Helm und ging zum Landeplatz...


Sudden Thunder
... Captain Hawkins kam gerade, den Helm aufsetzend aus der Kaserne, als wir aus dem Landungsschiff ausstiegen. Er salutierte kurz und begrüßte uns:
"Guten Tag, Gentlemen. Herzlich willkommen in Rhadallon" wir salutierten zurück, ich befahl meinem Trupp die Ausrüstung auszuladen und ging selbst zu Hawkins rüber:
"Guten Tag, Captain. Sergeant Sylver meldet den 10. Stoßtrupp der 385. Kompanie Cadias bereit und erwartet Befehle."
"Packen sie aus und fühlen sie sich wie zuhause. Sie hatten einen langen Flug, Sergeant. Ihre Männer hätten bestimmt nichts dagegen, sich erst einmal auszuruhen." Diese Antwort hat mich sehr überrascht. Ich habe eine volle Mobilmachung erwartet. "Ist was nicht in Ordnung mit meinem Befehl, Sergeant?" fragte er nach einer langen Pause.
"Sir, wir haben eine Dark Eldar Streitmacht nur wenige Meilen von hier gesichtet, als wir im Landeanflug waren! Haben sie sie denn nicht auf ihrem Radar? Wir sind direkt über ihnen drüber geflogen"
"Eldar?" fragte er erstaunt und schaute zu dem Satelliten "Dieser verdammte Sturm! So eine Scheiße!" fluchte er und rannte zum Bunker. Kurze Zeit später ertönte eine schrille, ohrenbetäubende Sirene. Ich überzeugte mich davon, dass meine Männer startklar waren und folgte mit ihnen dem Captain.
"Anzahl und Richtung, Sylver?" schrie er durch den Lärm. Ich gab ihm die genauen Koordinaten an, sein Fernglas schwenkte zu einem verschneiten Hügel "KONTAKT!" er wandte sich zu mir um und fragte: "Sie sind im Besitz von 3 Laser- und 3 Scharfschützengewehren, habe ich gehört?" Ich nickte:
"Das ist korrekt, Captain Hawkins, Sir."
"In Ordnung, sie beziehen hier Position. Fleury, ihre Jungs decken den Vordereingang" sagte er anschließend zu einem anderen Soldat, scheinbar auch einem Sergeant. Ich war neu im 7. Regiment und kannte nur einige Leute... "Ihr wartet bis die Scharfschützen das Feuer eröffnen, verstanden?"
"Roger" antwortete Fleury und rannte zur Kaserne, während wir uns an den Schießspalten des Bunkers bereit machten.
Plötzlich flog die Tür mit einem lauten Krach auf und ein großer dunkler Mann stürmte aufgewühlt herein:
"376. Unterstützungstrupp meldet sich bereit, Captain Hawkins, Sir!" feuerte er aufgeregt heraus
"Ahh" Hawkins grinste breit und zufrieden "die schwere Kavallerie! Auch schon wach? Sie und ihre Männer positionieren sich rechts von Fleury, direkt neben den Fässern. Wir erwarten einen Frontalangriff, dennoch... behalten sie ihre Flanke im Auge" Der Mann nickte und rannte raus, wie er reingestürmt war, aufgeregt und LAUT. Ich warf einen Blick aus dem Schießspalt, um mir einen Überblick über den Posten zu verschaffen: ein Rundum - Stacheldraht würde ein Herankommen von Fußtruppen von den Flanken aus deutlich erschweren. Im Lager selbst stellte eine lange Sandsackbarriere eine gute Deckungsmöglichkeit, und somit einen guten Schutz gegen einen Frontalangriff, dar. Fleury war schon dabei, seine Männer dort zu verteilen. Der dunkle Mann vom Unterstützungstrupp wedelte etwas weiter rechts seine Männer zurecht, genau hinter irgendwelchen Kisten, Fässern und sonstigen massiven Behältern. Die linke Seite sicherte Hawkins mit seinem Artilleriegeschütz ab. Die Sirene erlosch.
"Macht euch bereit" sagte ich und legte an. Durch den Schneesturm konnte man, im Zielfernrohr der Scharfschützengewehre, silhouettenhaft, einen Trupp der Dark Eldar erkennen. Langsam, sich hinter jedem Stein versteckend und nach uns Ausschau haltend, krochen sie den Hügel hinauf. Wir mussten nur ein wenig warten, bis Fleury auch Sichtkontakt meldete. Dann würden sie keine Chance haben dem Feuer zu entkommen. Ich ließ das Fadenkreuz durch den Trupp wandern, es waren zwischen 10 und 15 Mann.
"Auf einen Imperialen Außenposten?" dachte ich "Unmöglich... sie würden selbst gegen Fleurys Trupp allein nicht die geringste Chance haben..."
"Haubitze bereit" sagte Hawkin's ruhige Stimme durch das Kehlkopfmikrofon. Ich visierte den Anführer des Trupps an. Das Zielkreuz ruhte genau zwischen seinen Augen. Ich konnte mich kaum zügeln abzudrücken. Ein animalisches Lächeln durchzog gegen meinen Willen mein Gesicht. Der Finger drückte sanft auf den Abzug als ich Fleurys Stimme durch das Comlink hörte:
"375. Bestätige Kontakt"

Corpul VI, Außenposten Rhadallon
Hawkins stellte sich hinter die Haubitze und wartete auf den ersten Schuss der Scharfschützen. Als er die Koordinaten des Eldartrupps in den Monitor eingab, bewegte sich der Lauf der Haubitze gehorchend mit einem leisen, beruhigenden Summen in Richtung Hügel.
"Haubitze bereit" gab er durch das, im Kehlkopf integrierte Comlink durch "Keine dieser Bastarde darf entkommen, Sylver! Schießen sie erst wenn Fleury Sichtkontakt meldet!" seine Energiefaust summte wieder auf und ein blaues, elektrisches Leuchten umgab sie.
"375. bestätige Kontakt!" schallte im Helm. Fleury gab das Feuer frei........

Sudden Thunder
"Ziel erfasst" meldete ich und zögerte den Schuss ein wenig hinaus. Ich wollte einen Blattschuss.
Ein plötzlicher lauter Knall, Schrapnellrecochet und ein Schmerzdurchdrungener Schrei zu meiner Linken ließen mich zusammenfahren... Als ich den Kopf drehte, war alles vorbei... der Captain lag neben der durchsiebten Haubitze und der frische, kalte Schnee vermischte sich mit seinem hellroten, warmen und klebrigen Blut. Drei feindliche Jetbikes erschienen, wie aus dem Nichts und schienen die Flanke zu durchbrechen. Sie preschten mit voller Geschwindigkeit auf unseren Bunker zu.
"Feindkontakt auf 10 Uhr!" meldete ich und nahm eines der Bikes ins Visier.
"Roger!" schallte in meinem Helm wieder und auch die Gewehre meines Trupps drehten sich schlagartig nach links. Dem Scharfschützenfeuer folgten ein Ohrenbetäubender Lärm und Salvenregen aus Blei und vor Hitze nur so kreischenden Laserstrahlen.
Eines der Bikes rauchte auf, fing Feuer und explodierte noch bevor es in die Nähe des Stacheldrahts kam. Ein anderes Bike verlor durch einen gezielten Kopfschuss seinen Fahrer. Es schwankte, flog Schlangenlinien, verlor drastisch an Höhe und knallte ungebremst in einen Betonzaunpfosten.
Das Dritte empfing ebenfalls einige unserer Geschosse, konnte sie allerdings scheinbar ohne größere Schwierigkeiten blocken. Sie prallten einfach von der Panzerung ab. Mit einem eleganten anstieg flog das Jetbike über den Stacheldrahtzaun und nahm unseren Bunker unter Beschuss. Das absolute Chaos brach aus, wo kein Chaos hätte ausbrechen dürfen...
"RECHTE FLANKE!" donnerte in meinem Helm
Ein Transportfahrzeug des Typs Schattenbarke erschien aus dem Schneesturm und gab ebenfalls Vollgas in Richtung Bunker.
"Wir kümmern uns darum" sagte der große dunkle Mann kurz und lautes Maschinengewehrgeknatter bestätigte seine Absicht. Ein greller Laserstrahl traf die Barke frontal und lies diese erschüttern, doch die Piloten fingen sich blitzartig, gaben noch mehr Gas, entwichen so dem meisten Feuer und stiegen über dem schweren Waffen hinweg. Ein weiterer Trupp von Dark Eldar Soldaten sprang mit lautem, blutrünstigem Gekreische aus den, bereits offenen Luken der Barke in den Unterstützungstrupp hinein. Während dieser sich in einem unübersichtbaren Getümmel zu verteidigen versuchte, richtete Fleury seine gesamte Feuerkraft auf den verschneiten Hügel.
"Anlegen!" schrie er und zielte kurz "FEUER!" automatisches und halbautomatisches Feuer donnerte aus Hochleistungsgewehren und schweren Boltern auf einen Streich los und spie Tod und Verderben über den Eldartrupp. Bleiregen deckte den Hügel ein. Die Kugeln durchschlugen problemlos die nur leicht gepanzerten Rüstungen, drangen tief in den Körper ein, explodierten dort und rissen die Soldaten in tausende Fetzen. Die Reihen lichteten sich und von ehemals 15 blieben nur noch 2 Eldar stehen. Augenblicklich schmissen sie sich in den Schnee, zogen sich zurück und nahmen Deckung.
"Holt endlich das scheiß Bike vom Himmel, bevor es uns den Bunker zerschrottet!!!" schrie jemand durch das Geknatter der Waffen, die schreie der sterbenden und das heulen der Turbinen der Antigravfahrzeuge, als plötzlich eine mir sehr gut bekannte Stimme durch den Funk ertönte:
"N'Morgen Jungs! Habt ihr mich vermisst?" Ich drehte mich in die Richtung aus der die Stimme ertönte und sah eine zwei Mann große eiserne Silhouette hinter dem Bunker. Der Sentinel war endlich angekommen!
"Willkommen, Cargor" ich grinste "gesell dich doch zu uns!"
"War das gerade eine Einladung, Sylver?"
"Wieso nicht, mein Bruder"
"Na toll" sagte Cargor "Ich hab ne Tasse Kaffee erwartet. so als Begrüßung... oder Kakao... und vielleicht noch etwas Süßes dazu...zum Knabbern... Und wo ist mein roter Teppich?!"
"Was gibst süßeres, als frisch geschossene Eldar zum Frühstück, Kumpel?"
"Frisch geschossene Orks, Sylver."
Noch bevor wir die Gewehre durchladen konnten drehte sich das Schattenkatapult des Jetbikes dem Bunker zu
"DECKUNG!" schrie einer meiner Schützen und ein lauter, dunkler Knall erstreckte sich im Lager...
Ich sprang in einen Nebenraum, als eine schwere Explosion den Bunker erschütterte. Dichte Rauch- und Staubwolken stiegen auf als die Decke plötzlich auf mich und meinen Trupp hernieder stürzte.
"Sind alle in Ordnung?" fragte ich durch das Comlink.
"Ich bin OK" sagte Johnsson
"Ja, ich auch" meldete Bridge
"Unkraut vergeht nicht, Sarge" lachte Strings durch den Staub, das Heulen der überforderten Luftfilter unserer Helme und das Husten erregter Atemwege. Plötzlich dachte ich ein leises Krächzen zu vernehmen
"Jimmy? Alles klar?" fragte ich noch einmal.
Als sich der Staub ein wenig legte sah ich ihn, unter einer Massiven Betonplatte verschüttet, liegen, die Hand nach mir streckend. Wenige Sekunden später hörte sie auf zu zittern und sein gesamter Körper spannte sich an... verlor an Kraft und die Hand sank hilflos zu Boden und aus dem feinen Riss in seinem Helmvisier trat eine hellrote Flüssigkeit aus, floss in einer dünnen Linie hinunter und tropfte langsam auf den Beton...Die Überlebenden schnellten stumm hinter Deckung, legten an und nahmen wieder das Bike in Visier. Ich wusste, sie würden den Bastard vom Himmel holen, der Jimmy auf dem Gewissen hatte, doch ein geschicktes ... oder glückliches Manöver ließ die Geschosse einfach vorbeifliegen. Die Schattenbarke gab Schub, und stieg, zeitgleich mit dem Bike, über die Bunkerruinen hinüber. Ihre Bahnen kreuzten sich fast. Es war so knapp, dass sie für einen Moment zu verschmelzen schienen... unsere Kugeln prallten von der dicken Panzerung der Barke ab oder pfiffen gar einfach an den Fahrzeugen vorbei. Es ist wahr, was man über die Eldar sagt... unberechenbar sind sie... und wahre Meister der Antigravtechnologie.... So ketzerisch dieser Gedanke auch sein mag, es wäre töricht, dieses nicht als Fakt ansehen zu wollen. Und dieses Manöver würde jeden überzeugen, dass es ein Fakt ist.
Das Bike beschleunigte noch einmal, drehte, und nahm wieder Kurs auf uns, während die Barke ihr Geschütz auf den Metallberg von Sentinel richtete.
Ich sah mich wieder kurz um, um Überblick über die aktuelle Lage zu gewinnen:
Unsere schwere Unterstützung war schon fast ausgelöscht. Der Sturmtrupp der Eldar schien eine Elite zu sein, sie handelten unglaublich schnell und hatten eine ungewöhnliche Reaktionsgeschwindigkeit. Der große Mann blieb nun noch allein gegen den völlig unbeschädigten Trupp und versuchte sich verzweifelt zu verteidigen, doch gegen 8 überlegene Eldar war dies kaum möglich. Die Rüstung heulte auf und ein großer, mit Widerhaken besäter, Schlachtdolch bohrte sich in sein Fleisch und zerbrach seine massiven Knochen.
"Ziehen sie sich zurück, Sarge! Wir übernehmen diese Bastarde!!" schrie Fleury. Der Riese wich langsam zurück. Mit drei Dolchen im Körper versuchte er sich in Deckung zu bringen, aber die Eldar waren schneller. Sie waren nicht verletzt. Wie eine Horde Hyänen, sprangen sie ihn von allen Seiten an. Drei von ihnen wurden in einem großen Bogen weggeschleudert, doch letztendlich gab seine Rüstung nach, die Muskulatur erschlaffte und er sank auf die Knie. Von unstillbarem Blutdurst getrieben stürzten sie sich auf ihn und bald verschwand der Berg von Fleisch in einem gewaltigen Getümmel unter den Hieben und Stichen des Feindes. Ein lautes Knistern ließ die Eldar aufhorchen und eine heiße Flamme hüllte den Trupp ein. Als sich die Flammen auflösten, standen sie da. Genau so wie vorher. Als wären sie gegen diese verdammte Hitze immun! Nur der Anführer brüllte laut auf und hielt triumphierend einen Imperialen Helm in die Höhe. Erst jetzt sah ich das kalte grünliche Leuchten um ihn. Der Generator, den er auf seinem Rücken trug, schien einer Art Elektromagnetisches Feld aufzubauen, so dass die meisten Waffen einfach abgeblockt werden konnten. Alles, was größer war als ein verdammtes Molekül hatte verdammte Probleme damit dieses Feld zu durchdringen. Ein kreischendes Geräusch erklang, als Cogar seine Waffe auf ihn richtete. Ein tödlicher Strahl purer gebündelter Energie schoss aus dem Multilaser des Sentinels. Einer der Eldar war nicht schnell genug und der Strahl erfasste ihn frontal. Seine Panzerung begann zu schmelzen und verklebte mit verbrannter Haut, als die Energie ihre Wirkung freisetzte. Mein Geruchsverstärker vernahm einen leichten Geruch von verkohltem Fleisch. Endlich haben wir Erfolg gespürt!
"Sie bluten genauso wie wir!" flüsterte Fleury leise, doch mit einem, markerschütternd, gierigen Unterton und betete das alte Gebet herunter: "Mit dem Bolter - säubert die Unreinen!" sein Trupp antwortete genauso leise und kaum Gefühllos:
"Wir werden sie säubern!"
"Mit dem Flammenwerfer - reinigt die Unheiligen!" fuhr er wie besessen fort
"Wir werden sie reinigen!"
"Mit dem Kettenschwert - vernichtet die Verdorbenen!"
"Wir werden sie vernichten!"
"Mit der Rakete - tötet die Sündigen!"
"Wir werden sie töten!"
Dann gab er knapp das Kommando: "FEUER FREI!!!"
Nun stand ihnen nichts mehr im Weg. In eine schwarze eiserne Wut reingesteigert, richteten sie ihre Waffen auf die verwundeten Eldar. Als würde sich ein gewaltiges Gewitter auf einen Schlag entladen, erzitterte die Luft und Energie und Blei regnete und blitzte auf die Eldar-Elite herab, in solch einer enormen Dichte, dass nicht nur kein Eldar... NIEMAND... nichts, in dem auch nur ein hauch von Leben gesteckt hätte, könnte diesen Wutausbruch überleben...
Die Panzerung durchbrechend, färbte sich das glühende Metall rot, durchstieß das Fleisch und zertrümmerte das Skelett. Wie Sandsäcke sackten die, durch und durch mit blutenden und dampfenden Löchern übersäten, Soldaten zu Boden. Sie waren schnell, aber nicht schnell genug für die Rache der Imperialen Streitmächte. Doch das leuchtende Grün des Magnetfeldes ließ das triumphierend-boshafte Lächeln der Soldaten zu einem, von Hoffnung verlassenem, Staunen verziehen. Obwohl einige Kugeln durchgekommen zu sein schienen und ihn geringfügig verletzt haben, musste die gesamte Feuerkraft dennoch der Zähigkeit des Eldar-Lords nachgeben. Entsetzt brüllte er auf und stürmte mit einem wütendem Grunzen auf Fleury zu. Seine Schnelligkeit wurde nur von der Genauigkeit seiner Hiebe und Stiche überboten... sie ließ mir das blut in den Adern gefrieren... Noch bevor man reagieren konnte, stand der Eldar mitten in Fleurys Trupp und löste ein verwirrendes Getümmel aus. Sein Energiefeld wehrte die Angriffe seiner Männer ab und bevor ich mich versah, sanken 7 meiner Brüder hilflos zu Boden und ihr helles Blut lies den frischen Schnee schmelzen und verfärbte ihn rot.
Ich schüttelte den Kopf um wieder zu mir zu kommen. Noch immer schwebte das Bike am Himmel und ich hörte es auch schon näher kommen. Der Fahrer nahm wieder Kurs auf uns, seine Waffen summten und knisterten nur so vor dunkler Energie, die heiß darauf war, uns ins Jenseits zu befördern. Ich spähte aus der Deckung heraus und nahm es vorsichtig ins Visier. Durch das Zielfernrohr sah ich, wie die Kugeln meiner Kameraden glühend von der eisernen Panzerplatte abprallten. Das Bike war einfach zu schnell, es parierte unsere Kugeln, oder wendete ihnen seine dicke Panzerung zu. Doch diesmal würde ich es kriegen. Diesmal ist seine Zeit gekommen. Ich zielte leicht abseits des Bikes und wartete. Das Geschütz glühte auf, machte sich bereit zum schießen. Die letzte Kugel ausweichen, dann würde er feuern... Mit einem boshaften, fast schon höhnischen Grinsen lenkte der Fahrer sein Bike zur Seite und wich aus. Doch das Grinste erstarrte. Seine Augen weiteten sich, als er seinen Fehler bemerkte... und mich. Wir beide wussten, er würde es nicht schaffen. Es war sein letzter Fehler. Das Bike heulte laut auf, als sein Fahrer seinen Kopf, in einem Nicken, von hinten nach vorne, auf den Lenker warf, verlor drastisch an Höhe und explodierte in einem gewaltigen Feuerball, als es ungebremst den Boden rammte.
Wieder warf ich einen Blick zu Fleury, noch immer standen die drei letzten Soldaten der Einheit, um dem rasenden Eldar erbitterten Widerstand zu leisten. Die schlanke Kreatur sprang einen von ihnen an und riss ihn zu Boden, aus den Handgelenkschützern glänzte eine metallische Klinge. Blitzschnell raste sie runter und wieder hoch, und das kalte Glänzen verwandelte sich in ein warmes, nasses und klebrig-rotes Glitzern.
Bevor er sich umdrehen konnte, reagierte Fleury und knallte die Schulterstütze seines Gewehres mit aller Kraft gegen den langen schmalen Kopf des Aliens. Wieder fing das Energiefeld die meiste Wucht des Hiebes auf, doch das Wesen verlor an Gleichgewicht und kippte plump vorn über. Auch der zweite Soldat schaltete schnell und hielt sein Feuer auf den Generator. Das Energiefeld blinkte auf....
"Sir" hörte ich zu meiner Rechten "Die Reste des Eldartrupps haben sich gesammelt"
Die beiden Überlebenden des ersten Angriffstrupps haben sich wieder aus der Deckung getraut und krochen wieder auf uns zu. Jetzt, wo alle beschäftigt waren, trauten sie sich weit nach vorn.
"Anlegen und feuern!" antwortete ich, lud nach, zielte und drückte ab. Die Kugel traf den Krieger genau ins linke Auge und trat aus seinem Hinterkopf wieder aus. Blut, Knochensplitter und die Masse, die er als sein Gehirn bezeichnete, verteilten sich im Schnee, in einem Radius von einem Meter um seinen Kopf. Ich hörte einen weiteren Schuss, der den letzten dieses Trupps niederstreckte, und ein Gefühl des Schreckens überkam mich... Fleury lag blutend am Boden mit einem Faustgroßen Loch in seinem Bauch. Auch der letzte seiner Truppe kippte gerade aus den Knien vorn über auf die Erde. Sein Bein zuckte nur noch hilflos im Schnee. Einer meiner Männer knallte mit voller Wucht und einem schmerzverzerrten Aufschrei gegen die Wand und fiel bewusstlos zu Boden. Es war Bridge. Strings und Johnsson versuchten erbittert, den Angriffen des Lords standzuhalten, doch er war einfach zu schnell. Eine Millisekunde ließ Johnsson außer Acht und ein schmaler Arm erwischte ihn am Kopf. Ein lautes Knacken ertönte und sein Kopf hing schlaff und schräg zur Seite. Strings und ich wussten, dass es mit uns vorbei war. Der Sentinel war mit der Barke beschäftigt und der Rest war tot. Wir hatten keine Chance. Der Dark Eldar schaute uns an und sein Grinsen erschien uns dunkler und furchteinflößender als der des Todes höchstpersönlich. Er hob seine Hände und brüllte auf. Aus den Handgelenkschonern sprangen metallisch die rasiermesserscharfen Klingen heraus. Plötzlich erlosch der grünliche Schein um ihn herum und sein Generator rauchte auf. Eine von Fleurys Kugeln schien doch noch durchgekommen zu sein. Doch selbst ohne sein Schild war er einfach zu schnell. Wir hatten kaum eine Chance. Ich schmiss mein Gewehr zur Seite und holte das lange Kampfmesser heraus. Ich machte mich bereit tausende Hiebe zu kassieren und so viele, wie ich konnte zu parieren. Ein Mal. Ein letztes Mal würde ich noch grinsen. Die Zähne fletschen. Ihm zeigen, dass er es nicht einfach haben wird. Ihm zeigen, dass ich weder vor ihm, noch vor seinen Untergebenen Angst habe. Denn an meiner Seite steht der Imperator! Kaum die Lippen bewegend sprach ich noch ein Gebet und lobte unseren heiligen Imperator.
"Möge das Imperium unsere Seelen retten, vor Abschaum wie dir!" flüsterte ich. Der Alien brüllte auf und stürmte auf uns los. Ich hob mein Messer und bereitete mich darauf vor, den ersten schlag zu empfangen, als ein plötzliches Donnern die Ruine einhüllte. Der Eldar blieb stehen. Sein Triumph verzog sich in Verwunderung und sein schmerzverzerrtes Gesicht wurde bleich. Zwei Löcher verzierten seine Brust und durch sie sah ich Bridges Gesicht. Er grinste boshaft, zwinkerte mir zu und ließ die letzte Kugel in seinem kurzen Leben durch den Körper seines Feindes wandern. Der Lord zuckte und sank dann kraftlos zu Boden. Ich sah erleichtert und dankbar zu Bridge, sein Kopf ruhte auf seiner Brust. Er atmete nicht mehr. Eine laute Explosion, ein Knistern des Multilasers und dichter Rauch überfluteten den Bunker. Als er sich auflöste war alles still. Nur der Wind sauste um die Ohren... und der Schnee taute im Nacken und unter dem warmen und reinen Blut der toten Kameraden. Plötzlich vernahm ich ein leises und plumpes "Hilfe!"
Ich sah zum Sentinel rüber. Rauchüberströmt stand er da. Funken entsprangen an seinem Generator.
"SCHEIßE!" fluchte er "Diese dämliche Barke! Verdammte Kiste! Wenn ich sie erwische, ich schwöre dir, Sylver, ich reiß sie in Stücke!" ich schaute zum Horizont. Der Sturm hat sich mittlerweile gelegt. Vereinzelt kamen Schneeflocken herunter und am Horizont war sogar blauer Himmel zu entdecken. Ein rotes Leuchten der Turbinen der Schattenbarke war noch gerade zu erkennen. Ich musste schmunzeln. Meine Kraft ließ plötzlich nach, ich kippte nach Hinten über, lehnte mich an eine Wand und rutschte an ihr herab.
"Bist du OK, Cogar?" fragte ich den Metallberg
"Ich kann mich nicht mehr bewegen, wenn du das meinst... und sehen auch nicht... irgendeiner raucht hier stark... aber ansonsten scheint mir die Sonne aus dem Arsch." Sagte er gelassen
"Strings, wie sieht's bei dir aus?"
"Ähnlich wie bei meinem Bruder, Sarge, nur dass ich aus der Nase blute."
"Schau mal" sagte Cogar "die Sonne geht unter..."
Ich schaute wieder zum Horizont und sah es erst jetzt...
"Ein roter Himmel, Cogar..." ich schmunzelte wieder "Wie zu hause... auf Terra..."
"Ja" antwortete er "ein blutiger Himmel.... Ganz wie daheim... Das letzte Mal als ich den Sonnenuntergang gesehen habe war ... Scheiße, da war ich noch Blutjunges Kanonenfutter... Man... das ist echt lang her... kommt mir vor wie gestern..."
"Schau mal ob der Funk noch da ist, Strings. Sie sollen uns einen Landungsjäger schicken. Ich habe das Gefühl, dass die Eldar bald wiederkommen werden. Sie haben noch nicht das was sie suchten..." sagte ich "Was auch immer es ist" fügte Strings flüsternd hinzu "Roger Sarge"
Kurze Zeit später wurden wir von dem Thunderhawk eingesammelt. Wir befinden uns jetzt auf dem Weg zurück. Weg von diesem Planeten! Bloß weg. Ich schaute noch ein Mal zurück auf unser Lager... Captain Hawkins lag neben der Haubitze. Der frische Schnee bedeckte seinen Körper und verhüllte ihn. Er verhüllte die Spuren. Alle Spuren. Bald würde es hier aussehen als hätte her niemals ein Kampf stattgefunden. Nur die brennenden Wracks der Bikes erhielten sie... die Spuren... aber auch sie werden bald der Kälte und Nässe des Schnees weichen müssen. Es ist alles so still... Alle sind ins Schweigen gehüllt. Nur das leise Turbinengeräusch zerreißt die Stille. Eine ganze Kompanie ist von einem Dark Eldar Kampftrupp ausgelöscht worden. Auch Rick Hawkins hat nun seine Ruhe. Vielleicht trifft er nun seine Familie wieder. Ja. Das mit Hawkins und seiner Suizidgefahr... oder Wahnsinn... hat sich im Regiment herumgesprochen. So etwas spricht sich immer schnell herum. Vielleicht haben sie ihn deshalb auf diesen Planeten geschickt... Vielleicht ist er jetzt besser dran als vorher. Möge der Imperator seine Seele vor der Verdammnis bewahren. Er hat es sich verdient. Wir fliegen zurück. Wir ziehen uns zurück. Aus allen Richtungen. Panzer... Infanterie... und auch die schwere Artillerie. Wir werden getötet und doch überleben wir... bloß um uns wieder und wieder in den Kampf zu stürzen. Es gibt keinen Frieden in diesem Universum. Wir haben dieses mal versagt. Den Außenposten haben wir nicht halten können. Sieg benötigt keine Erklärung. Und Niederlage erlaubt keine! Ich werde keine Erklärung abliefern... ich habe mich nur an meinen Instinkt gehalten und Kriegsbericht erstattet... Ich habe diesen Planeten nicht zum letzten Mal gesehen. Das Gefühl habe ich. Ich werde meine Brüder ehren. Ihr Tod soll nicht umsonst sein! Mich lässt der Gedanke nicht los dass dieser Außenposten gar nicht so zufällig errichtet wurde. Und dass die Dark Eldar gar nicht so zufällig angegriffen haben, wie sie das sonst immer tun.... Vielleicht... fängt meine Geschichte HIER gerade erst an....
Sergeant Raffael Sylver, 385. Kompanie Cadias.



Urheberrecht: Alex Lust, 2003



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