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HELLSPAWNS TEIL 1

"Vorwärts! Vorwärts Kameraden!!! Angriff!!! Angriff!!! TÖTET DIE SKLAVEN DES LEICHENGOTTES!!! TÖTET SIE!!! TÖTET!!!"

Friar setzte mit einem gewaltigen Sprung über die von den vorrückenden und aus allen Rohren feuernden Chimären niedergerissenen Maschendrahtzäune des imperialen Camps hinweg.
Zusammen mit seiner Einheit und den vielen anderen Soldaten der Streitmacht hetzte er auf die provisorischen Sandsackstellungen der Imperialen zu.
Sogleich begann das Einsetzen des gegnerischen Bolterfeuers. Hinter den Stellungen der Cadianer feuerten zwei schwere Bolter in die Reihen der Stürmenden. Ein Dutzend fiel.
Das Röhren der großkalibrigen Waffen war sogar über das hohe Fiepen das Multilaserwaffen der Chimären Schützenpanzer zu hören, die versuchten den Vorstürmenden so gut es ging Feuerschutz zu geben. Friar brüllte aus vollem Hals und ließ sich auch nicht vom Tod zwei weiterer seiner Kameraden beeindrucken, die von den Explosivgeschossen der Bolter zerfetzt wurden.
Er rannte schneller, holte mit seinem Lasergewehr aus und sprang das letzte Stück. Die Zeit schien sich zu dehnen. So als würde sich der durch die Luft segelnden Chaosanbeter, die staubige Sandsackstellung und die zwei Schützen, die die Schwere Waffe bedienten wie durch Honig bewegen.
Der Ladeschütze starrte mit weit aufgerissenen Augen auf Friar, als dieser mit geradezu akrobatischem Geschick direkt auf dem Gehäuse des schweren Bolters landete.
Der Angreifenden nutzte seinen Schwung und trieb das Bajonett, welches auf seinem Lasergewehr befestigt war mit einem kräftigen Ruck bis zum Schaft in den ungeschützten Hals des Cadianers.
Ungläubig riss der seine Hand nach oben und umfasste den Lauf von Friars Waffe. Dieser drückte den Abzug seines Gewehrs und ließ es dann los, damit es dem Mann auf den staubigen Boden folgen konnte.
Der Schütze schrie ob des Schicksals seines Kameraden auf, ließ den Abzug des schweren Bolters los, warf sich zurück und fingerte nach dem Holster seiner Laserpistole.
Zu langsam.
Friar hatte schon sein rot gefärbtes Kettenschwert vom Rücken gerissen und schwang es mit hungrig rotierenden Zähnen von seinem erhöhten Standpunkt auf den mit einem Schutzvisier ausgestatteten Helm des imperialen Soldaten.
Friar befreite seine Waffe gerade mit einem kräftigen Ruck, als der Gegenangriff der imperialen Hunde begann. Dutzende strömten aus den Zelten und Barackenbauten oder feuerten hinter Fässern oder Kisten hervor.
Geführt von ihren Offizieren warfen sie sich in einen blutigen Nahkampf mit den Chaossoldaten.
Friar trat vom Gehäuse des schweren Bolters herunter, als eine handvoll der widerlichen Loyalisten hinter einer ausgebleichten Zeltbahn hervor kam. Sogleich entdeckten sie den einsamen Ketzer und stürmten auf ihn zu.
Die Geschossgarbe eines schweren Bolters riss sie in Stücke, bevor sie sich dem ruhig Dastehenden auch nur auf drei Meter genährt hatten.
Friar sah sich um.
Rag trat über die Sandsackbarriere und grinste boshaft. Der riesige Mann wuchtete seinen schweren Bolter samt Munition über das Hindernis und trat auf Friar zu. Sein bulliger, von öligem Schweiß glänzender Oberkörper gab freie Sicht auf das Spiel seiner sehnigen Muskeln.
Hinter ihm erschienen Dusk, Brother, Keeper, Sinner und die anderen.
"Hey Friar! Sieht so aus als wären wir im letzten Moment gekommen!"
Der Häretiker begegnete seinem heranspurtenden Trupp mit einem humorlosen Lächeln. "Ich ab mich schon gefragt wo ihr Nurglings bleibt! Es gibt noch genug imperiale Schweinehunde für alle! Vorwärts Männer für Beltan!!!" "FÜR BELTAN!!!" schrieen die versammelten Verräter und warfen sich nun vereint gegen die imperialen Verteidiger.

Der Kampf wandte sich gegen die Loyalisten. Obwohl manche der Tarantula-Lasergeschütze direkte Treffer auf den korrumpierten Chimären erzielten, sorgten die in ihrem inneren gefangenen Dämonen dafür, das sie einsatzbereit blieben.
Die Schützenpanzer walzten über die schwachen Befestigungen der Verteidiger und spieen dutzende Verrätersoldaten aus.
Mit Laserkanonen ausgestattete Sentinels machten Jagd auf die Abwehrgeschütze und vernichteten die wenigen Leman Russ Panzer, die den Imperialen noch geblieben waren.

Friar und seine Kameraden stürmten durch die Zeltstadt und machten die imperialen Lakaien nieder.
Die Sonne brannte unerbittlich auf die Wüstenlandschaft und die kämpfenden nieder.
Inmitten des Blutvergießens entdeckte Friar eine sowohl vertraute als auch verabscheute Gestalt. Mit einem summenden Energieschwert schlug sich ein imperialer Kommissar durch die Reihen der Verräter. Lächerliche Litaneien seines Mumienherrschers auf den Lippen.
"Der gehört mir!" schrie der junge Chaossoldat und drängte sich zu dem Kommissar durch.

Die enge Gasse zwischen den grobschlächtigen Zelten behinderte sein Vorkommen, doch schließlich prallten die beiden Kontrahenten aufeinander.
"Verräter!" spie der Kommissar Friar entgegen. Er fasste sein Energieschwert mit beiden Händen und schwang es gegen den Chaosanbeter. Friar wich dem Schlag aus. Er wusste, dass eine Parade mit seiner Waffe sinnlos gewesen wäre, da das Energieschwert des Kommissars mühelos durch sein Kettenschwert hindurch geschlagen hätte.
Der Kommissar holte erneut mit seiner Waffe aus. Friar bemerkte die Entschlossenheit in den Augen des viel älteren Mannes.
Dies waren die Anhänger des Leichengottes. Sie waren verloren in ihrem falschen Glauben. Sie waren auf dem Pfad der Irreführung schon viel zu weit vorangeschritten, als das Hoffnung für ihre Erleuchtung bestünde.
Friar sah den Stolz des Kommissars in dessen Gesicht. Er fühlte Bilder in sich aufsteigen… Dinge aus einem wie es ihm schien lange vergessenen Leben.
Auch in Friars alter Einheit hatte es einen Mann wie diesen gegeben. Mit der hohen, schwarzen Offiziersmütze, dem langen, schwarzen Mantel und der Barock geschmiedeten Plattenrüstung.
Damals war alles woran Friar geglaubt hatte in Frage gestellt worden.
Niemals wieder sollte dies geschehen. Damals war der Kommissar… der Mann, den Friar gekannt hatte für seine Überzeugung gestorben. Genau das würde auch Friar tun.

Der Kommissar ließ einen Hieb auf Friar niedersausen. Wegducken war nicht möglich. Der junge Soldat hob sein Kettenschwert und das Energieschwert zertrennte die Waffe des Ketzers mit Leichtigkeit in der Mitte der rotierenden Klinge. Fünken sprühend, wirbelte die Kette davon. Friar fiel auf den aus Beton gegossenen Boden des imperialen Stützpunktes. Um sich nicht selbst zu verletzen warf er die nutzlos gewordenen Überreste seines Kettenschwertes von sich.
Er stützte sich mit beiden Händen ab und sah in seiner Rückenlage zu dem Kommissar empor. Dieser stellte sich breitbeinig über den Ketzer. Sein Schwert zum finalen Schlag erhoben. Schweißperlen rannen über sein kantiges Gesicht.
"Deine Götter haben dich verlassen, Abschaum!!!" spie er hervor.
"Nein…" flüsterte Friar und als er die rauen Warpenergien hinter sich spürte, kräuselten sich seine Lippen zu einem boshaften Grinsen. "Sie stehen sozusagen alle hinter mir!"

Der Blick des Kommissars flackerte eine Sekunde über sein sicher gewähntes Opfer hinweg. Dann formte er seine Lippen zu einem Schrei, den Friar aber niemals hören würde.
Mit voller Wucht schlug der blau funkelnde Blitz des Tzeentch in den Brustbereich seines Feindes ein. Solcher gewaltigen Warpenergie hatte auch die Plattenrüstung des Kommissars nichts entgegenzusetzen.
Die Wucht des Aufpralls schleuderte das Opfer hoch in die Luft und ließ es quer durch das ganze Camp segeln, bevor es in ein Zelt krachte und dies zum Einsturz brachte.
Friar rappelte sich auf und blickte gelassen über seine Schulter.

Der Hexer Temenal schritt mit zwei seiner in bunte Federkleider gehüllten Leibwachen durch die von den Dienern des ungeteilten Chaos angerichtete Verwüstung. Die Vogelköpfen nachgebildeten, mit blauen Blitzen verzierten Helme seiner Begleiter strahlten erhebliche Wachsamkeit aus

"Habt Dank edler Temenal! Ihr habt mir mein Leben gerettet um dem Chaos mit noch weitaus größerer Hingabe zu dienen!"
"Es schien mir unpassend einen so viel versprechenden Krieger unserer gemeinsamen Sache dahinscheiden zu lassen," flötete der Hexer mit seiner hohen, melodischen Stimme. Seine weiten blauen und purpurnen Roben schienen in einem unnatürlichen Wind um seine kleine Gestalt zu wehen. Wie üblich bedeckte eine große Kapuze das Antlitz des Tzeentch Dieners und Friar fragte sich nicht zum ersten Mal ob das nicht auch besser so war. "Führt den Angriff fort!" sprach der Neuankömmling und reckte seinen verzierten Kampfstab in die Höhe.

Friar zog seine mit den Runen der Zerstörung versehende Laserpistole aus dem Holster und entfernte sich von dem Hexer. Obwohl er das Gesicht des Magiers nicht sehen konnte fühlte er sich dennoch unangenehm beobachtet.

Friar hatte jetzt keine Zeit darüber nachzudenken, was geschehen war. Ob Temenal mit seinen Kräften auch einen anderen Chaossoldaten gerettet hätte? Oder galt ihm ein weitaus gefährlicheres und mysteriöseres Interesse des Hexers?
Der Chaossoldat schüttelte diese Gedanken ab.
Es gab noch Pflichten zu erfüllen.
Er lief geduckt durch das sporadische, immer weniger werdenden Feuer der Imperialen hindurch bis er zu seinen Leuten stieß, die gerade dabei waren eines der letzten Widerstandsnester auszuheben.

Einige der cadianischen Soldaten zogen sich unter Feuer in eine aus Lehmziegeln errichtete Baracke zurück. Die großen Funkantennen und Satellitenschüsseln auf dem Wellblechdach verrieten es als Kommunikationsposten.
Friar kauerte sich hinter den riesenhaften Rag. "Was machen wir jetzt, Mann?" fragte Dusk, der mit bleichen, schlanken Fingern sein Automatikgewehr umklammert hielt. Friar und sein Trupp hatten hinter einem umgestürzten Jeep Deckung gefunden.
"Abwarten… habt vertrauen auf den Segen der dunklen Götter, Brüder," murmelte Friar und spähte über seine Deckung hinweg.

Er hatte sich nicht getäuscht. Urplötzlich war die Luft erfüllt von grässlichen Kriegsschreien. Selbst Friar und die anderen erschauerten, als sich eine Meute in rote Rüstungskomponenten gekleideter Wahnsinniger ihren Weg durch den letzten Widerstand hackte.

Die Neuankömmlinge waren mit einer Vielzahl an unterschiedlichen Nahkampfwaffen ausgerüstet. Laser- und Maschinenpistolen wurden durch grausige Hieb- und Stichwaffen wie Schwerter, Äxte, Beile, lange Dolche, Bajonette, Keulen oder Klingenhandschuhe ergänzt.
Ihre halbnackten Körper waren mit den Runen des Blutgottes beschmiert. Ihre Blicke wild und unbeherrscht.
"Großer Pantheon!" zischte Chara neben Friar. "Die Khornekrieger von Lesterhof!" "Genau die!" nickte Friar der jungen Frau zu. "Sie werden uns ein wenig die Arbeit abnehmen." "Aber woher wusstest du, dass sie hier lang kommen würden?" fragte Dusk. "Ganz einfach," erwiderte Friar und beobachtete, wie die Fensterscheiben der Baracke von den in ihrem Inneren gefangenen imperialen Soldaten zerschlagen wurden und sie anfingen auf die blutrünstigen Wahnsinnigen einzuschießen.
"Hier gibt es noch Widerstand."
Die Khorne Kultisten griffen die Baracke an und die Hälfte von ihnen wurde von den Verteidigern niedergeschossen, bevor sie auch nur ein Drittel des Weges hatten zurücklegen können. "Jetzt! Wir greifen an! Vorwärts!" Friar bellte seinen Trupp mit markigen Befehlen zurück auf die Beine und sie stürmten gemeinsam mit den letzten Khorneanbetern nach vorne.
Wieder fielen die Diener des Blutgottes den Lasergewehrschüssen aus der Baracke zum Opfer und die letzten beiden warfen sich mit einer solchen Wucht gegen die simple Holztür, dass die Konstruktion nachgab und sie sozusagen mit der Tür ins Haus fielen.
Noch bevor sich die beiden Berserker aber aufraffen konnten, beendeten Laserschüsse aus kürzester Entfernung ihren Dienst an dem Blutgott.
Inzwischen angekommen drückte Friar sich gegen die der Tür am nächsten gelegene Wand. "Sinner!" schrie er. Der Chaossoldat zog eine Fragmentgranate von seinem Gürtel, riss den Stift heraus und warf sie Friar zu, der sie Auffing und ins Innere der Baracke warf.

Flüche und entsetze Schreie ertönten aus dem Innern, dann der dumpfe Knall der Detonation.
Nur eine Sekunde später warf sich Friar ins innere der Baracke. Ein Laserimpuls schmetterte, ihn nur um Haaresbreite verfehlend in die Wand des Lehmgebäudes. Friar schoss den imperialen Leutnant noch im Sprung mit seiner Laserpistole nieder. Dann rollte er sich ab und seine Truppmitglieder verteilen sich im Raum.

Der Leutnant war der einzige gewesen, der noch im Stande gewesen war sich zu wehren. Vier weitere imperiale Soldaten lagen auf dem Boden, von den Splittern der Granate schwer verletzt. Hinter einem provisorischen Schreibtisch aus Sperrholz kauerte ein weiterer Cadianer! "NEIN!!! NEIN!!! NICHT SCHIESSEN!!! TÖTET MICH NICHT!!! NEIN!!!" Der rutschte auf die Knie und hielt schluchzend seine Hände in die Höhe.
Rag packte den Funker am Genick und zog ihn mühelos hoch. "Du hast Glück, das wir keine hirnlosen Khorneschlächter sind!" "Rag." Friar wandte sich an den Hünen. Bring ihn nach draußen und zu den anderen Gefangenen. Demagoge Zullmann wird ihn wie die anderen auf seine Fähigkeit den dunklen Göttern zu dienen prüfen."
Rag trieb den wimmernden Soldaten vor sich her aus der Baracke und die anderen wandten sich ebenfalls zum gehen, begleitet von dem hilflosen Stöhnen der Verwundeten.
Friar war zuversichtlich, dass sich Väterchen Nurgle bald hohlen würde, was ihm Zustand.


Die Schlacht war gewonnen.
Die Cadianer waren besiegt, das Camp eingenommen. Eifrig begannen die Chaoskrieger damit jede Spur des widerwärtigen imperialen Kultes zu entfernen. Unter großem Jubel wurde die Fahne der 75. Cadianischen Schützen abgebrannt und das Banner des ungeteilten Chaos gehisst.
Sogleich bauten die Diener der einzelnen Chaosgottheiten auch jeweils einen Schrein für ihre Schutzpatrone.

Während die "Geweihten", wie die Kämpfer des ungeteilten Chaos jene nannten, welche sich einer ganz bestimmten Gottheit verschrieben hatten, mit dieser zweifellos wichtigen, aber zeitintensiven Vorgängen beschäftigt waren wandten sich die Anhänger Oslow Beltans praktischeren Dingen zu.

Sie plünderten das Camp, trugen Waffen, Munition, Ausrüstung, Versorgungsgüter, Verpflegung und natürlich Trophäen zusammen und wandten sich dann der "Rekrutierung" potenzieller Gefolgsleute zu.

Nur wenige der Cadianer waren den Ketzern lebend in die Hände gefallen.
Friar kannte das Ehrgefühl und den festen Glauben an den falschen Imperator bei diesen Menschen.

Viele hatten sich lieber selbst das Leben genommen, als den Chaoskriegern in die Hände zu fallen. So wie es sie ihr verbrecherischer Aberglaube gelehrt hatte.
Aber 8 Soldaten waren übrig geblieben und von den siegreichen Chaosanbetern zusammengetrieben worden.
Keiner der Häretiker schenkte ihnen viel Aufmerksamkeit. Alle waren damit beschäftigt ihre neueste Eroberung "auszuschlachten".
Nur zwei Soldaten mit den Uniformen aus Beltans Truppe bewachten die Überlebenden, während Demagoge Zullmann sich damit mühte, ihnen den Geist der dunklen Götter nahe zu bringen.
Obwohl Friar schon lange wusste, das seine Loyalität untrennbar dem ungeteilten Chaos und Oberst Beltan galt, hörte er die Worte des Demagogen immer wieder gern, denn sie waren wie eine Bestätigung an alles was er glaubte und verteidigte.

Friar musterte die Überlebenden. Es waren ausnahmslos junge Männer. Heulend und schluchzend saßen sie zusammengekauert auf dem sandigen Boden.
In ihren großen, sperrigen Armaplastwesten und den neu designten, voluminösen Helmen sahen sie wie verlorene Kinder aus.
Friar fühlte Mitleid mit ihnen.
Mitleid, weil er selbst auch nicht mehr als so ein verlorener, wie ein altes Weib weinender Verirrter gewesen war.
Voller Hass dachte er daran, was das Imperium diesen jungen, frischen Geistern angetan hatte. Wie diese jungen Männer, die ihm doch so ähnlich waren von dem falschen Gedanken an das geheiligte Imperium der Menschheit betrogen worden waren.
Aufgewachsen in dem brutalen Terror, den die dreimal verfluchte Eklesiarchie und ihre speichelleckenden Anhänger verbreiteten.
Das Imperium war nichts weiter als eine Ansammlung von Banditen und größenwahnsinnigen, machtbesessenen Halsabschneidern.
Wie Feiglinge schoben sie ihre Herrschaft im Namen der verrottenden Leiche auf dem stinkenden Thron zu Terra vor.
Nichts weiter als eine billige Rechtfertigung für Jahrtausende sinnlosen Massakers und Gewaltherrschaft.
Keinem planetaren Gouverneur war zu trauen, der anstatt sein Volk zu leiten, seine eigenen Taschen voll stopfte.
Keinem scharfzüngigen Missionar war zu trauen, der Enthaltsamkeit predigte und sich selber den Bauch voll schlug.
Keinem General der so genannten imperialen Armee war zu trauen, da er von Kameradschaft und großen Dingen sprach und doch nur seine Orden und Ländereien im Sinn hatte.

All dies führte der Demagoge den jungen, verlassenen Cadianern vor Augen. Friar verließ die Szenerie mit dem warmen Gefühl, dass sie gerettet werden konnten.

Sein Trupp wartete im Schatten eines der jetzt von den Chaosanbetern besetzten Zeltes.
Seine versammelten Mitstreiter nickten Friar zu, als er zu ihnen trat.
"Wir haben gute Nachrichten Friar!" sagte Rag. "Oh ja!" übernahm Brother für ihn und wedelte mit dem Hörer des antiken Funkgerätes, welches auf seinen Rücken geschnallt war.
"Die ‚Valpurgius' hat den fälligen Konvoi, der die Garnison hier alle sechs Monate versorgt aufgebracht." "Ausgezeichnet…" kommentierte Friar. "Damit wissen die Imperialen also nicht, dass sie den Vorposten verloren haben!"
Es würde Monate dauern, bis die schwerfällige Organisation des Imperiums auf das Verschwinden des Konvois aufmerksam wurde und Untersuchungen einleiten würde.
Das war nur einer der Vorteile der agilen Kampftruppe um Oberst Oslow Beltan.
Wenn das Imperium hier war, würden die Chaoskrieger längst verschwunden sein und anderswo kämpfen.
Unwillkürlich ballte Friar seine Fäuste, als er daran dachte zusammen mit Beltan in wenigen Monaten dem großen Vernichter zu folgen. Wenn diese "Geplänkel" um die verschiedenen Vorposten und Wachstationen rund um das Auge des Schreckens zu Ende gebracht waren, würde eine neue und glorreiche Zeit für alle ergebenen Diener des Chaos anbrechen.
Das ausschalten den Camps hier war nur ein kleiner Teil in dem großen Puzzle gewesen, welches zusammengefügt nichts anderes als das Ende des Imperiums ergeben würde.

Friar grinste seine Leute an. "Ihr habt heute alle gut gekämpft. Khorne hat euch Stärke in der Schlacht gegeben, Tzeentch hat unseren Offizieren die nötige Weisheit verschafft um uns zum Sieg zu führen, Nurgle die Macht unserer Feinde zu schlagen und Slaneesh wird unsere Taten belohnen!"
Einstimmiges Siegesgeheul war die Antwort der versammelten und auch weiter entfernte Chaossoldaten stimmten in den Jubel ein.
Friar fuhr seine linke Wange entlang. Er strich über die Tätowierung, die er dort wie alle Anhänger der Truppen von Beltan trug. Der Chaosstern der seine acht Strahlen über seine rasierte Augebraue, sein Nasenbein, seine Wange, Stirn und Schläfe sandte und mit seinem Auge das Zentrum bildete.

All seine Kameraden trugen das gleiche Mal. All seine Kameraden teilten seine Ansichten, sein Wissen über die dunklen Götter.
Früher hatte er nichts dergleichen gehabt. Früher hatte er versucht die Lügen anderer zu leben. Erst jetzt hatte er die Gewissheit, das alles, wirklich alles was er tat richtig war.
Dass er Anerkennung fand. Bestätigung. Sich für nichts schämen oder rechtfertigen musste.

Seit er seiner alten Kompanie damals auf Tjaze 4 den Rücken gekehrt und zu den Chaosanbetern übergelaufen war hatte er seine Entscheidung niemals bereut.
Nun… manches Mal hatte er sich gefragt, was sein Vater sagen würde, wenn er ihn jetzt so sehen könnte.

Seine Uniform der stolzen PVS-Truppen von Allis Lucendor hatte er gegen den schwarzen, abgetragenen Overall und die klobige, dunkle Armaplastweste getauscht.
Er hatte seine Ausrüstung mit unzähligen Symbolen des ungeteilten Chaos versehen.
Hatte Zeichen und Markierungen auf seine Waffen, seinem einfachen erbeuteten Helm und seiner Weste angebracht.
Seine Haut war vom ständigen Kontakt mit den Essenzen des Warps blass geworden. Seine Arme waren von den Fingern über die Handwurzeln bis hinauf zu den Schulterblättern mit chaotischen Runen und Zeichen versehen.
Auch seine Kameraden hatten ihr Dasein in ähnlicher Form voll und ganz dem Bestreben nach dem Dienst für die dunklen Götter gewidmet.
Ob sie nun aus Friar´s alter Kompanie, den Hexenwelten tief im Auge des Schreckens oder einfach von anderen Verräterregimentern stammten.
Beltan wollte nur sicher gehen, dass alle seine Soldaten mit großem Eifer für ihre Sache kämpften.
Sie waren keine Bande hirnloser Mutanten oder zorniger Kultisten. Der ehemalige imperiale Oberst Oslow Beltan hatte es geschafft dem Chaos militärische trainierte, kämpferisch versierte Krieger zu bringen.
Friar und seine Brüder füllten die Lücke, die zwischen mächtigen, aber an ihrer Zahl geringen Chaos Space Marines und den zahllosen, aber schwachen Kultisten standen.

Die Chaos Soldaten waren in Kompanien organisiert und ihr ganzes Regiment zählte um die 3000 fähigen Soldaten. Männer wie Frauen. Alle kämpften gegen das Imperium, alle waren auf ihre Art erleuchtete, unerbittliche und loyale Gegner des Leichengottes.
Mochten an der Seite der Hellspawns, wie sie sich selbst nannten auch Dämonen kämpfen, sollten auch Kriegerbanden aus Verrätermarines mit ihnen zusammen die Waffen erheben, sollten auch willige Mobs diese oder jene Gottheit verehrende Kultisten sie ab und zu unterstützen.
Mit ihrer eigenen Logistik, ihrer eigenen Organisation und ihren eigenen Raumfahrzeugen blieben die Hellspawns einzigartig.

Friar würde sein Leben dafür geben, das es auch so bleiben würde.

Er klopfte seinen Kameraden die alle ähnlich wie er gekleidet waren auf die Schultern und schlüpfte dann durch den niederen Eingang ins Innere des Zeltes.
Entspannende Kühle umgab ihn augenblicklich. Friar nahm seinen Helm ab und fuhr sich durch das sein kurzes Haar.
Er spürte wie jemand seine Hand ergriff und ihn sanft herumdrehte. Chara stand vor ihm. Friar bemerkte mit stockendem Atem das ihre zierliche Gestalt nun nach der Schlacht nicht nur von ihrer Körperpanzerung, sondern auch von sämtlichen anderen Textilien befreit war.
Sie legte Friars willenlose Hand auf ihre Schultern und brachte ihn dazu sie langsam hinab gleiten zu lassen.
"Du hast uns heute tapfer angeführt. Ich bin sicher wenn er davon erfährt wird er sehr Stolz auf dich sein…aber jetzt sollst du dich ein wenig entspannen." Sie löste ihren Pferdeschwanz und Wellen ihres blonden Haares fielen ihr über die Schultern wie bleiches Gold.
Friars Mundwinkel zogen sich merklich nach oben als sie damit begann die seitlichen Verschlüsse seiner zerbeulten Armaplastweste aufspringen zu lassen.
Wie sagte er doch? "Und Slaneesh wird unsere Taten belohnen…"



Urheberrecht: Michael Zupp, 2003



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