Suchkommando

von Chris Rueckauer

...Die ungewohnte Hitze der brennenden Mittagssonne verlangsamte das Marschtempo des Suchtrupps Bravo. Der Suchtrupp des XXI. cadianischen Regiments Alias hielt Ausschau nach der liegengebliebenen Chimäre. Müde und ermattet liefen sie mit ihren geschulterten Lasergewehren durch das bewaldete Sumpfgebiet. Schwüle heiße Luft umgab die 10 Soldaten und beeinträchtigte ihre Wahrnehmungsfähigkeit. Eine Totenstille ruhte über dieser Gegend. Der stechend übelriechende Moorgeruch ließ sie schwer atmen, während sie die Suche fortsetzten.

Mit der Zeit, die verging und die jedem einzelnen Soldaten für immer länger erschien, schwand auch die Hoffnung eine noch lebende Besatzung der Chimäre aufzufinden.

Mehrere langwierige Stunden sind sie schon unterwegs ohne einen Laut von sich zu geben. Die imperialen Zeichen der führenden Truppmitglieder Bravo 2 und 3 reichten aus, um sie in das unerforschte Gebiet zu bringen. Doch noch immer kein Zeichen von Panzerspuren oder anderen Lebenszeichen.

Sie sollten äußerst vorsichtig vorgehen, da Feindkontakt für sehr wahrscheinlich gehalten wurde, was den aufgeregten Soldaten für immer unwahrscheinlicher erschien.

Keiner vermochte es wahrzunehmen, doch Bravo 3 schien etwas entdeckt zu haben, als er die Anderen mit einem hektischen Handzeichen dazu anhielt, stehen zu bleiben und sich in Deckung zu bringen. Er beorderte Sergeant Copheur zu sich nach vorne und machte ihn auf das Objekt, das ihn dazu bewegte anzuhalten, aufmerksam. Ein Adamantiumhelm eines cadianischen Panzerfahrers lag blutüberströmt am Boden, doch sonst fehlte jegliche Spur eines Gefechts oder irgendeiner kämpferischer Auseinandersetzung. Sergeant Copheur und Bravo 3 näherten sich äußerst vorsichtig dem Objekt, während sie den anderen Soldaten befahlen, die Umgebung zu erkunden und abzusichern.
Als Sergeant Copheur das Objekt genaustens auf irgendwelche Spuren inspizierte, bemerkte er ein plötzlich immer stärker werdendes nass-feuchtes Gefühl auf seiner rechten Schulter, und als er seinen Blick darauf richtete, sah er wie sich sein Tarnanzug tief dunkelrot von heruntertropfendem Blut färbte.
Seine Augen wandten sich langsam nach oben, bis sie die blutverschmierte Leiche des Helmträgers erblickten. Der Kopf des Soldaten war vom Rumpf des Körpers abgetrennt.

Bravo 7 kam keuchend angerannt und meldete das Wrack der Chimäre 300 Meter auf 4 Uhr entdeckt zu haben. Sergeant Copheur und Bravo 3 wandten sich zu Bravo 7 und folgten ihm zu der genannten Stelle. Völlig ausgebrannt stand das Wrack auf einer Anhöhe und nicht weit davon entfernt lag ein total durchlöcherter und zerfetzter Körper eines Chaos Space Marines. Es muss ein ziemlich heftiges Gefecht stattgefunden haben...

Ein lauter schmerzdurchdrungener Schrei unterbrach die bis jetzt so lautlose Stille, worauf kurz danach ein weiterer folgte. Bravo 4 und 8 sind vom Chaos in den Tod gerissen worden, wie die heraneilenden Mitglieder des Trupps meldeten. Schnell verschanzten sie sich hinter den Bäumen und den dicht bewachsenen Büschen, um den Boltergeschossen der immer näherrückenden und wütenden Chaos Space Marines zu entkommen. Erschöpft lehnte sich Bravo 2 an einen Baum, während die anderen restlichen 7 Soldaten versuchten eine Verteidigungslinie aufzubauen, und nahm seinen schweren Adamantiumhelm von seinem verschwitzten Kopf. Fast im selben Augenblick durchdrang ein schwirrendes Boltergeschoss seine Stirn und der Soldat sackte zitternd zu Boden. Ein weiterer Bolterhagel, der folgte, fand kein Ziel in den Reihen des Suchtrupps. Mit einer tödlichen Lasersalve antworteten die cadianischen Soldaten das Feuer, die nur einen der dunklen Diener des Chaos verletzen konnte, dessen schwarze Servorüstung keinen Schutz mehr für ihn bot.

Wie aus dem Nichts ließen unerwartete Detonationen den Schutz der Natur verschwinden. Anti-Bio-Granaten schlugen in großer Anzahl rings um die imperialen Krieger ein.

Der Funker der Einheit informierte das Hauptquartier über die derzeitige erbitterte Lage: "Sind unter heftigen Beschuss ge...!"
Die Stimme des Funkers erstummte und nur noch ein ohrenzerfetzendes Geräusch war zu hören. Der Funker Bravo 10 verlor sein kostbares Leben durch die Schrapnellsplitter einer explodierenden Fragmentrakete. Bravo 9 zerfetzte es dabei den ganzen Unterleib und Bravo 5 riss es den linken Arm ab, der sein Leben durch den hohen Blutverlust aushauchte.

Die übrigen Soldaten konzentrierten ihre Feuerkraft auf den nächsten Chaosanhänger, der kreischend in die Knie ging und bevor er in sich zusammensackte mit den Worten: "Tod euch erbärmlichen Menschen!", seinen Bolter abfeuerte, und Sergeant Copheur die rechte Schulter durchschoss, dessen herausquierlendes Blut sich mit dem Blut des vollgesaugten Tarnanzuges vermischte. Einen weiteren Chaos Space Marine zwangen sie durch ihren gut abgestimmten Laserbeschuss zum Rückzug, bevor zwei andere Chaosdiener mit ihren Kettenschwertern über sie herfielen.

Sergeant Copheur taumelte benommen und völlig desorientiert durch den Blutverlust hin und her und konnte nur noch verschwommen einen Chaosmarine erkennen, der auf ihn zustürmte. Der Chaosdiener beendete das Leiden des Sergeants mit einem wuchtigen Hieb, der mühelos den Hals des Opfers durchtrennte. Eine Blutfontäne trat aus dem Hals des Führers und schoss hoch in die Luft, bevor der leblose Körper zusammenbrach. Den Kopf kettete sich der Space Marine des Chaos als Zeichen des Sieges und Ruhmes zu seinen anderen Trophäen.

Währenddessen wehrten sich die 4 Cadianer krampfhaft gegen den erbitterten Ansturm des Chaos. Bravo 6 wurde von einem Verräter mit Energiefaust gegen den nächsten Baum geschleudert und starb, nachdem er noch nach Atem gerungen hatte.

In dem wilden Schlachtgetümmel hatte sich Bravo 3 unbemerkt in das ausgebrannte Wrack der Chimäre zurückgezogen, in der Hoffnung nicht entdeckt zu werden.

Die letzten cadianischen Soldaten wurden rücksichtslos niedergemetzelt, als der Versuch, sich zurückzuziehen, scheiterte.

Die widerhallenden Todesschreie klangen noch lange danach in den Ohren des angstverschwitzten Cadianers in der Chimäre. Die Todesstille kehrte wieder ein und wurde nur selten von herumstapfenden Chaosanhängern in Servorüstung und deren Wortwechsel unterbrochen. Nach einiger Zeit nahm die Ruhe in dem verwirrten Krieger des Imperiums wieder überhand und ließ ihn beruhigt die Augen schließen...



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