Portal <
Info/Impressum <
Team <
Forum <
  Trewstag, 24. Nachjul 2019
[ Suche | Einloggen | Kontakt ]
Zurück

|
Eine unwiderstehliche Großartigkeit der Visionen,
eine nicht verwelkende Erfindungsgabe und eine tiefe Menschlichkeit,
die ihm eine seltene Größe verleihen.
- Sunday Times -



DER HOBBIT - SMAUGS EINöDE


Der Drache:

Ich fand den Film ganz gut eigentlich bis auf das Ende. Der Film fngt zwar wieder recht episodenhaft an, doch Dsterwald und Thranduil sind gut gelungen, und auch in Seestadt guckt man gerne zu, es ist alles fein gemacht. Bis hierhin definitiv besser als der erste Teil. Im Einsamen Berg geht es dann aber leider bergab - Smaugs Inszenierung fand ich nicht gelungen. Nicht das Aussehen oder die Animationsqualitt, ich halte ihn schlicht fr schlecht geschrieben. Das Katz- und Maus-Spiel zwischen Smaug und Bilbo in Form arroganter Sondierungen ist anfnglich zwar wirklich kurzweilig und amsant - doch sptestens mit dem Entdecken der Zwerge (von denen Smaug anscheinend die ganze Zeit ber wusste) muss der Drache eigentlich das Spiel fr beendet erklren und kurzen Prozess machen wollen. Ergo: Wirklich ernsthaftig gefhrlich werden. Als echte Bedrohung und Naturgewalt kommt er aber nicht zustande - er redet und redet und redet weiterhin zuviel, und bekommt letztlich nicht viel gebacken. Das mag dem Kinderbuch-Smaug entsprechen, aber fr den Film wre es meiner Meinung nach wichtig gewesen, den gro angekndigten Antagonisten auch wirklich als solchen erfahrbar zu machen. Benedict Cumberbatch hat somit abermals nach 'Star Trek Into Darkness' das Pech, nicht voll aus seinem Potenzial schpfen und einen 'truly memorable villain' kreieren zu knnen. Schade.
Eventuell htte man es wagen mssen, einen der Zwerge sterben zu lassen. Oder man htte eventuell andere Mittel ergreifen mssen, um den Drachen nicht derart unfhig wirken zu lassen.


Das Ende:
Dann der Cliffhanger zum Schluss: Ich halte es fr einen groen Fehler den Film so enden zu lassen. Einem besser inszenierten Smaug htte der komplette zweite Film gewidmet werden knnen mit einem gebhrend groen Finale. Stattdessen Coitus Interruptus und - wie auch schon im ersten Teil - Vertrstung auf spter. Ich bin mir zwar recht sicher, dass der dritte Teil vieles wiedergutmachen wird, da nun alle Schachfiguren dafr bereit stehen, doch Smaugs Untergang und die Schlacht der Fnf Heere in einen Film gepackt? - Also wenn man schon das kleine Buch auf drei Filme ausdehnt und dann zwei Filme lang nicht so richtig zu einem Hhepunkt kommt... das ist schon an der Grenze.
Peter Jackson kann sich das sicher erlauben, und es knnte durchaus sein, dass der Cliffhanger nicht aus filmischen, sondern vor allem aus marketingtechnischen Grnden erfolgte: Besonders das Mainstream-Publikum wird auf diese Weise bei Stange gehalten. Ein Finale mit einem Untergang des Drachen knnte zu einem Verlust an Zuschauern kommen, da manche dies unter Umstnden als das Ende der Geschichte betrachten knnten, und fr eine groe Schlacht der Fnf Heere eventuell nicht mehr zu begeistern sind. Durch den Cliffhanger bleibt die Mission der Zwerge dagegen weiterhin nicht abgeschlossen und jeder Zuschauer ist dazu gentigt, am Ball zu bleiben.


Kriegskunst und Romantisches:
Ansonsten gibt es das bliche zu bemngeln: Das HRF 3D ist deutlich besser geworden als im ersten Film, aber die Grundcharakteristika bleibt - manchmal sieht toll aus, manchmal dagegen schrecklich. Die Kampfszenen wirken zum Beispiel wie Videospiele, was auch an der Inszenierung liegt: Jeder Ork fllt mit einem Stich oder einer Berhrung tot um, Legolas metzelt sich gnadenlos lssig durch die Gegend - da fehlt Gravitas, da fehlt Drama. Das ging in der HdR-Trilogie zum Teil viel besser.

Und was die Romanze zwischen Tauriel und Kili anbelangt: Anfangs fand ich das ganze noch in Ordnung, doch dann wurde ja immer mehr und mehr daraus!?
Muss man jetzt etwa befrchten, dass Tauriel etwa doch nicht im dritten Teil sterben wird, direkt oder indirekt durch die Schuld eines gierigen Zwergenknigs? Und stattdessen Tauriel mit Kili durchbrennt und dass dies zu Legolas noch grerem Hass gegenber Zwerge fhrt? Oder wird Kili wie im Buch fallen, und Tauriel...? Lassen wir das. Die Romanze ist witzig gemeint, und wird vermutlich keine allzu greren Konsequenzen nach ziehen.


Fazit:
Trotz aller Kritikpunkte hat der Film weitestgehend prchtig unterhalten und sehr vieles ist in der Umsetzung prchtig gelungen. Jetzt liegt alle Hoffnung auf dem abschlieenden dritten Teil. Da Peter Jackson alles auf ihn ausgerichtet hat, wird es nun komplett vom kommenden Film abhngen, wie die Hobbit-Trilogie am Ende dastehen wird.


Huân Vu, 2013




Vorwärts




www.sphaerentor.com
[ Copyright © 2001 by Tobias Reinold & Huân Vu | Alle Rechte vorbehalten ]
Impressum | Datenschutz