Matrix - Infos


Kurzinfo

Originaltitel:
"The Matrix"
Genre:
Science-Fiction
Action / Thriller
Studio:
Warner Bros.
Produktion:
Village Roadshow
Jahr:
1999
Spieldauer:
136 min.
Kosten:
ca. 63 Millionen $
Einnahmen:
ca. 456 Millionen $
Oscars:
Sound
Soundschnitt
Visuelle Effekte
Schnitt
Slogan:

"Glaube das
Unglaubliche"

 

Die Vision

"Die Matrix" ist eine Erfindung der beiden Brüder Larry und Andy Wachowski, welche nicht nur das Drehbuch schrieben sondern ihre Idee auch als die Regisseure des Film umsetzten. Beide könnte man als typische Comic-Freaks bezeichnen, die sich seit ihrer Kindheit mit fantastischen Geschichten und alternativen Welten beschäftigten. Aus ihrer jahrelangen Auseinandersetzung mit klassischer Mythologie und ihren Gedanken und Ansichten zur rasanten Entwicklung der modernen Informationstechnologie entstand das Szenario einer schrecklichen Zukunft, in der die Menschen von Maschinenwesen versklavt und in einer umfassenden virtuellen Scheinwelt gefangen sind.
Lange und intensiv arbeiteten die Wachowksi-Brüder am Skript, um die ungewöhnliche und originelle Geschichte den Zuschauern so leicht verdaulich und verständlich wie möglich zu machen. Als dies vollbracht war, gingen sie mit ihrem Manuskript bei unzähligen Produzenten hausieren, doch erst bei Joel Silver ("Predator", "Demolition Man") stießen sie schließlich auf Interesse. Mehr als das: Silver war richtig begeistert davon und sicherte sich dann auch sogleich die Rechte dazu.
Doch die Story selbst sollte nicht alles sein, mit dem die beiden Filmemacher das Publikum beeindrucken wollten. Rasante Action-Szenen mit noch nie dagewesenen Spezialeffekten und asiatisch angehauchten Kampfstilen sollten in diesem Genre ein neues Kapitel aufschlagen, während man sich Schauspieler aussuchte, die die starken Charaktere glaubwürdig verkörpern konnten.
Ihre spannende Vision wussten die beiden Brüder also mit einer vielschichtigen Story, überzeugenden Hauptdarstellern und überwältigenden Bildern zu einem Film zu verweben, der nicht nur äußerst erfolgreich war sondern auch als einer der Meilensteine der jüngeren Filmgeschichte neue Maßstäbe setzen konnte. Denn nach insgesamt 118 Drehtagen, vielen 18-Stunden-Tagen und unzähligen durchgearbeiteten Wochenenden war es schließlich geschafft und "Die Matrix" konnte am 31.3.1999 auf die Leinwand gebracht werden. 150 Millionen Dollar spielte der Film allein in den ersten Wochen ein und damit war klar, dass die Wachowski-Brüder ihren Traum von der Trilogie wahr werden lassen könnten...

 

DIE MACHER & DIE HINTERGRÜNDE

DREHBUCH & REGIE ::..
Die äußerlich ungleichen Brüder Larry (*1965) und Andy Wachowski (*1967) stammen aus Chicago und bilden seit ihrer Kindheit ein kreatives Schreiber- und Comiczeichner-Team. Comics stellten auch von jeher die größte und wichtigste Inspirationsquelle der beiden dar, seien es die Abenteuer der Superhelden von Marvel oder die futuristischen Mangas aus Japan. Ihr schriftstellerisches Talent ließ sie zu Profiautoren werden, und bald begannen sie schließlich auch Drehbücher zu verfassen.
Neben "Plastic Men" geht auch "Assassins - Die Killer" (1995) auf ihr Konto, letzterers verhalf ihnen schließlich zum Durchbruch, denn der Action-Thriller mit Sylvester Stallone und Antonio Banderas erwies sich als ein sehr erfolgreicher Film. Ihr nächstes Projekt trug den Titel "Bound - Gefesselt" (1996) und sollte ihr Regiedebüt werden. Leider floppte der rabenschwarze Erotik-Thriller an den Kinokassen, doch die Wachowski-Brüder arbeiteten schon längst an ihrem nächsten Projekt - an einer ungewöhnlichen Science-Fiction Story mit dem Titel "Die Matrix", die sie für die nächsten Jahre beschäftigen und zu Stars des Filmbusiness katapultieren sollte.
Über die Wachowski Brüder ist recht wenig bekannt, denn sie umgeben sich absichtlich mit einer Aura der Mysteriösität. Sie haben in ihrem Vertrag mit Warner Bros. eine ungewöhnliche Klausel, in der sie von jeglicher Publicity-Arbeit freigesprochen werden. Deswegen tritt nur der wortgewaltige Joel Silver als Wortführer auf. Cast und Crew sprechen von den beiden Gebrüdern zwar nicht als ein doppelköpfiges Monster, geben aber auch nur recht wenig über sie preis: Es sei unheimlich, dass sie immer derselben Meinung sind; beide verschlingen Bücher geradezu, aber Andy liest lieber Philosophisches während Larry Science-Fiction bevorzugt; Larry mag Wein, Andy Bier; und Andy ist entgegenkommender als Larry, der mehr wie ein "Jihad Krieger" auftritt.
 
KAMPFCHOREOGRAPHIE ::..
Yuen Wo Ping ist der Name, den man ehrfürchtig mit den spektakulären Kampfszenen nennen muss. Der Chinese wurde 1945 in Guangzhan geboren und wuchs mit 12 Geschwistern auf. Sein Vater Yuen Siu Tin, der auch Jackie Chan unter seinen Fittichen hatte, lehrte ihn in die Künste und Techniken des Kung Fu und der Pekingoper ein. In den 60ern ließ Yuen Siu Tin seinen ältesten Sohn bei einigen seiner Produktionen als Kämpfer und Stuntman mitspielen, was der Beginn einer großen Karriere werden sollte. Ab den 70ern wurde Yuen Wo Ping als Choreograph tätig und arbeitete dabei unter anderem für Kung Fu Filmregisseure wie Ng See Yuen ("Zakato - Die Faust des Todes") und die Shaw Brothers ("The Lizard", "The Bastard"). Später, 1978, verschlug es ihn auf den Regiestuhl und so begann er sich mit Filmen wie "Die Schlange im Schatten des Adlers", "Ein Halleluja für zwei Schlitzohren" und "Knochenbrecher schlägt wieder zu" selbst einen Namen zu machen. Nur ein Jahr nach seinem Debüt gründete er eine eigene Produktionsfirma und inszenierte oder choreographierte fortan unzählige erfolgreiche Filme mit Stars wie dem eigenen Zögling Donnie Yen ("Tiger Cage", "Iron Monkey") oder dem mittlerweile auch international bekannten Jet Li ("Once Upon A Time In China", "Fist of Legend"). Die Kampfchoreographierung für den letzgenannten Streifen machte schließlich die Gebrüder Wachowski auf den Altmeister aufmerksam, und so fand sich Yuen Wo Ping bald darauf in einem Filmprojekt wieder, das nur wenig mit seinen bisherigen Werken gemeinsam hatte...
Doch Yuen Wo Ping machte sofort einige Auflagen: Die Hauptdarsteller mussten sich einem viermonatigen knochenharten KungFu-Training unterziehen und strenge Diät einhalten. Nur so konnten sie fit genug für die anstrengenden Aufnahmen mit der für asiatische Filme üblichen Drahtseiltechnik sein, bei denen sie lernen mussten die Balance zu halten während sie an den Seilen hängen und sich so zu bewegen, damit es aussieht, als ob sie ohne Hilfestellung solch gewaltigen Sprünge und Salti vollführen könnten. Für die Schauspieler war die Zusammenarbeit mit ihm eine besondere Erfahrung, und am Ende waren alle überaus zufrieden mit den dargebotenen Leistungen.
In der Pause zwischen "Die Matrix" und den beiden Fortsetzungen zeichnete sich Yuen Wo Ping unter anderem in Ang Lees preisgekröntem "Tiger & Dragon" wieder einmal als ein Meister seines Fachs aus.
 
PRODUZENTEN ::..
Joel Silver (*1952) gilt als einer der erfolgreichsten Produzenten Hollywoods. All seine Filme zusammen haben etwa 3 Milliarden US-Dollar erwirtschaftet, darunter sind solche Kinohits zu nennen wie "Predator", "Jumping Jack Flash", "Lethal Weapon 1-4" und "Stirb Langsam 1 & 2". Er ist bekannt dafür, offen für ausgefallenere Projekte zu sein, und daher sind auch viele seiner Filme in den Genres SciFi, Fantasy & Action anzusiedeln.

Als einer der Ausführenden Produzenten war Barrie M. Osborne tätig, der ebenfalls auf eine äußerst imposante Filmographie zurückblicken kann. Zu seinen größten Erfolgen sind Filme wie "Dick Tracy", "Good Morning, Vietnam" und die "Herr der Ringe"-Trilogie zu zählen.

Weiterere Produzenten waren Andrew Mason, ein Pionier der australischen Filmindustrie ("The Crow", "Dark City"), dem es auch zu verdanken war, dass "Die Matrix" dort gedreht werden konnte, Erwin Stoff ("Im Auftrag des Teufels", "Außer Kontrolle"), Bruce Berman (Leiter von Village Roadshow Pictures) und Dan Cracchiolo.
 
STORYBOARD / KONZEPTZEICHNUNGEN ::..
Für "Die Matrix" wurden über 500 Zeichnungen angefertigt, was selbst für einen mit Spezialeffekten und Actionszenen vollgestopften Film wie diesen einen außergewöhnlicher Aufwand darstellt. Anhand des Storyboards kann man ganz klar sehen, dass japanische Manga-Comics hier Pate gestanden haben und auch das Aussehen und die Atmosphäre des Films prägen sollten.
Die drei wichtigsten Künstler, die diesbezüglich genannt werden müssen, sind die Comiczeichner Steve Kroce ("X-Men", "Spiderman" - er war für das Storyboard zuständig), Geof Darrow ("Hard Boiled", "Big Guy & Rusty The Boy Robot" - von ihm stammen die meisten Konzeptskizzen, ein Lieblingskünstler der Wachowski-Brüder) und Tani Kunitake (arbeitete schon für Filme wie "12 Monkeys" und "Armageddon"). Ohne ihre visionären und teilweise bizarren Illustrationen hätte der Film wohl kaum sein eigenwilliges Aussehen bekommen können.

 
PRODUKTIONSDESIGN ::..
Die Aufgabe von Owen Paterson und seinem Team war es, anhand der Konzeptskizzen der Illustratoren und den Anweisungen und Vorstellungen der Regisseure die beiden fiktiven Welten umzusetzen. Die Computer-Scheinwelt der Matrix entstand am Computer während sich Bühnenbauer, Handwerker und Designer daran machten die "reale" Welt in greifbare Form zu bringen. Insgesamt 30 Filmsets mussten erstellt werden, die beiden größten waren der komplett begehbare Innenraum der Nebuchadnezzar und der ebenfalls sehr aufwendige Nachbau des Regierungsgebäudes. Bei letzterem musste sogar eine gewaltige Himmelskuppel errichtet werden, um beim Blick aus den Fenstern ein Stadtpanorama vorzugaukeln. Doch nicht nur im Großen sondern auch in den Details lieferten die Produktionsdesigner erstklassige Arbeit ab, man beachte z.B. nur wie sie Geof Darrows bizarren Konzeptzeichnungen von mechanisch-organischen Konstrukten fast originalgetreu umzusetzen verstanden.
 
VISUELLE EFFEKTE ::..
Für die spektakulären Spezialeffekte des Films, vom Helikopterabsturz über die Maschinenwesen bis hin zu Neos Ausweichen der Pistolenkugeln, zeigt sich John Gaetas VFX-Firma Manex verantwortlich, welche zu den weltweit Führenden in ihrer Branche zu zählen ist. Schon bei effektgeladenen Filmen wie "Eraser", "Judge Dredd", "Starship Troopers" und "Event Horizon" zeigte sich das Team von seiner besten Seite, doch bei "Die Matrix" übertriefen sie sich schließlich selbst, indem sie Aufnahmen machten, die bis dato unmöglich waren und dafür Techniken entwickelten, welche noch niemand zuvor verwendet hatte.
Allein in die Szene, in der Neo den Schüssen des Agenten ausweicht, mussten zwei Jahre für Planung und Realisierung investiert werden, bis Keanu Reeves sich, umgeben von 120 Kameras mit einer Aufnahmegeschwindigkeit von 12.000 Bildern pro Sekunde, rückwärts auf eine Matte fallen lassen konnte. Die Einzelaufnahmen wurden anschließend in den Computer gespeist und konnten dann beliebig schnell vor- oder rückwärts vor einem beliebigen Hintergrund abgespielt werden.


 
WEITERE CREWMITGLIEDER ::..
Zu guter letzt noch einige weitere Personen, die maßgeblich an der Verwirklichung des Films teilgenommen haben. Da wären natürlich noch Kameramann Bill Pope ("Bound - Gefesselt", "Clueless", "Army of Darkness"), Kostümdesignerin Kym Berett ("Romeo + Juliet"), Komponist Don Davis ("Bound - Gefesselt", unzählige TV-Filme & -Serien, als Dirigent für Filmhits wie "Titanic", "Toy Story", "Apollo 13", "Robin Hood - König der Diebe", "Stirb langsam 2") und Sounddesigner Dane Davis ("Bound - Gefesselt", "Boogie Nights").

 

Die Drehorte

Als das ambitionierte Filmprojekt immer mehr Gestalt anzunehmen begann, stellte sich natürlich die Frage nach dem geeignetsten Drehort. Normalerweise brauchte man gar nicht außerhalb den Grenzen der Vereinigten Staaten suchen, doch mittlerweile hatte sich jenseits des Pazifik eine junge blühende Filmindustrie aufgebaut, die mit preiswerteren Produktionskosten, guten fachmännischen Kenntnissen und starkem Teamgeist aufwarten konnte. Die Rede ist von Australien, welches zusammen mit Neuseeland zu den großen Aufsteigern in der Filmwelt gehört. Hier entstanden in den letzten Jahren z.B. namenhafte Produktionen wie "Mission: Impossible 2", "Star Wars - Episode II" und "Der Herr der Ringe".
"Die Matrix" wurde komplett in Australiens Metropole Sydney gedreht. Größtenteils in den Fox Filmstudios und zwei Monate lang in den Straßen und auf den Dächern der Stadt. Die Architektur Sydneys passte einfach perfekt zum angestrebtem Look des Films, nur die typischen Wahrzeichen wie das berühmte schwimmende Opernhaus oder die Hafenbrücke mussten digital herausretuschiert werden, um es zu einer anonymen Stadt zu machen. Aufmerksame Beobachter werden im Film aber dennoch immer wieder einige typisch australische Merkmale ausmachen können wie z.B. den Linksverkehr oder einige Schilder und Bezeichnungen.
Die australische Webseite CHUD lieferte auch einige Bilder von den Schauplätzen in Sydney, die für die Verfilmung benutzt worden sind:


Der Brunnen, vor dem Neo die "Lady in Red" vorbeilaufen sieht
und von Neo auf die Gefahren der Matrix hingewiesen wird.


Das ist die Treppe, auf der Neo sein "Dejá Vu" erlebt.

Unter dieser Brücke wird Neo der "Bug" aus seinem Bauch entfernt.



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